Workstation für Unterwegs

Test: Workstation-App SampleTank 2.0 (iPad/iPhone)

Sample-Librarys gehören heutzutage zur Grundaustattung der meisten Producer. Die Vorteile liegen auf der Hand: qualitativ hochwertige Sounds auf Abruf, die schon out-of-the-box gut klingen. Mit der App SampleTank gibt es eine solche Lösung von IK Multimedia für iPad und iPhone. Wir haben uns die Workstation für Unterwegs einmal genauer angesehen.

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Einrichtung

Bevor ihr euch die App auf euer Apple-Gerät ladet, solltet ihr sichergehen, dass ihr genügend Speicherplatz zur Verfügung habt. SampleTank ist mit rund 1,6 GB ein echtes Schwergewicht. Nach dem Download kann es dann aber schon losgehen.

Los geht’s

Die Oberfläche von SampleTank erschliesst sich weitestgehend intuitiv: in der Mitte der ‘Standardansicht’ finden sich die einzelnen Instrumentenkategorien, die nahezu alle Bereiche abdecken: von Drums über Gitarren, Bässe, Piano und Streicher bis hin zu elektronischen Instrumenten und Chören ist eigentlich alles mit an Bord, was man soundmässig brauchen kann. Weitere Pakete lassen sich zudem auch noch per in-App Kauf hinzufügen. Das kostet je nach Auswahl zwischen 4,99€ und 39,99€. Auch wenn dies für eine mobile App recht happig wirkt, bekommt man in Form von weiteren E-Pianos, einem Imperial Flügel oder ausgefeilten Moog-Synthie-Emulationen im Gegenwert auch so einiges geboten.

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In der Hauptansicht gibt es für jede Instrumentenkategorie zahlreiche Presets, die sich einfach per Fingertip auswählen lassen. Ausgegraute Kandidaten geben einen Hinweis auf die zuvor angesprochenen Möglichkeiten zur Erweiterung.

Spielen könnt ihr SampleTank wahlweise über die integrierte Touch-Tastatur auf dem Bildschirm, oder per angeschlossenem MIDI-Controller. Über letzteren lassen sich in der Praxis selbstverständlich auch einzelne Bedienelemente und Parameter zuweisen. Aber auch die Bedienung über den Touchscreen geht gut von der Hand und lässt sich vielseitig auf eure Wünsche anpassen. So lässt sich neben der Auswahl unterschiedlicher Skalen auch ein Splitting des Bildschirms realisieren.

Für Drums und Samples stehen virtuelle Pads zur Verfügung – auch hier lassen sich Repeats und Velocity hervorragend umsetzen. Das ist übersichtlich und gut gelöst.

Mit den Pads lassen sich etwa Drums oder Samples komfortabel spielen. Links im Bild sieht man Möglichkeiten für Reapeat und Velocityanpassungen.
Nutzt ihr den Touchscreen, um eure Instrumente zu spielen, bietet sich die gesplittete Klaviatur an, wie man sie von Orgeln her kennt.

 

In Aktion

SampleTank ist wie eingangs beschrieben dafür konzipiert, möglichst schnell und einfach loszuspielen. Die Sounds klingen dabei ‘ab Werk’ bereits ausgesprochen hochwertig und ermöglichen besonders bei akustischen Instrumenten eine ausgesprochen dynamische Wiedergabe. Eine solche Qualität ist im App-Bereich bisher selten zu hören gewesen. Die Soundengine leitet sich unmittelbar vom ‘großen Bruder’ SampleTank 3 für den Desktop ab. Je nach verwendetem Gerät steht eine Polyphonie von bis zu 64 Stimmen zur Verfügung.

Nach der Soundauswahl stehen euch im rechten Bereich des Soundwahlmenüs noch Pattern und Arpeggios zur Verfügung, mit denen ihr einfach Rhythmen spielen könnt. Dies aktiviert ihr im unteren Bereich der Klaviatur per Playbutton auf einem der Tasten (siehe Bild). Das ist etwas kontraintuitiv, schafft euch aber die Option, im oberen Bereich unabhängig vom Arpeggio zu spielen. So könnt ihr etwa einen Leadrhythmus laufen lassen, während ihr unabhängig davon eine Basslinie spielt. Leider gibt es keine Möglichkeit, eigene Pattern zu programmieren – das hätte dieses Feature definitiv noch sinnvoll erweitert.

Je nach Instrument stehen euch noch passende Effekte und Optionen zur Soundbearbeitung wie ein EQ zur Verfügung. SampleTank unterstützt darüber hinaus Audiobus und Inter-App Audio und kann damit auch mit euren anderen Apps verbunden und erweitert werden.

 

Live und im Studio

Für den Livebetrieb der App gibt es den sogenannten “Live Mode”. Dabei handelt es sich im grunde um einen Sequenzer in den ihr Sounds und dazu passende Spuren laden könnt. Dann kombiniert ihr diese zu einem fertigen Arrangement. Auch hier stehen euch mehrere Presets zur Verfügung.

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Insgesamt ist die App aber auch jenseits des Live Modes gut für die Bühne geeignet: das dunkle Design ist auch noch in schlecht beleuchteten Ecken gut ablesbar. Dazu sind die einzelnen Buttons so übersichtlich angeordnet, dass auch in hektischeren Situationen nichts schief gehen kann.

Stärken zeigt SampleTank auch im Bereich Songwriting: eure Ideen und Arrangements lassen sich unkompliziert aufnehmen und verwalten.

 

Fazit

SampleTank ist soundtechnisch ein echtes Vielseitigkeits-Monster. Die zahlreichen Presets klingen hochwertig und machen Spaß. Mehr Sounds gibt es zudem über entsprechende In-App Käufe. Dieses Geschäfts-Modell macht für einen Software-Sampler durchaus Sinn. So bezahlt man letztlich auch nur für Sounds, die man auch wirklich verwenden möchte.

In der Rubrik “Workstation”, also dem App-Bereich zum Arrangieren, Soundeditieren und Live-Performen auf der Bühne gibt es aber durchaus noch Entwicklungspotential. Hier wird man durch Presets zu sehr beschränkt, was die  Möglichkeit eigene Arpeggien und Grooves zu programmieren ein wenig vermissen lässt.

Alles in Allem ist SampleTank aber ein nützliches Tool, mit dem man auch unterwegs hochwertige Sounds im Gepäck hat um schnell und unkompliziert eigene Ideen umzusetzen. Auch im Studio oder Live macht die App als Sample-Player eine starke Figur. Wer sich noch unsicher ist, kann zunächst einmal kostenfrei die Demo im Appstore laden.

 


App-Info (Stand 25. September 2016):

SampleTank // iPad & iPhone// 1,63 GB // Version 2.0.1

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