Lasst die Pattern kreisen!

Test: Drum Machine Patterning (iPad)

Wer heute elektronische Beats basteln will, greift zum Sequenzer. Einen solchen für das iPad hat Olympia Noise mit Patterning im Angebot. Doch was taugt die Drum-Machine im Kreisformat? Wie haben die iPad-App für euch getestet!

Los geht’s

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Wenn sich eine App zum Musikmachen heute noch durchsetzen will, braucht sie ein ungewöhnliches Konzept und muss einfach Spaß machen. Beides erfüllt Patterning ziemlich gut: im Prinzip habt ihr einen ganz normalen Sequenzer vor euch, dessen (wahlweise 1 bis 64) Kreisabschnitte die einzelnen Steps repräsentieren. Das sieht nicht nur schick aus, sondern hat auch noch einen weiteren Vorteil: je nachdem wo ihr die einzelnen Abschnitte berührt, legt ihr gleichzeitig die Velocity des Samples fest. Je weiter die Steps bis zum Rand hin ‘gefüllt’ sind, desto lauter werden sie abgespielt. So kommt schon beim Setzen der Steps eine ordentliche Dynamik ins Spiel, die sich quasi stufenlos programmieren lässt und eure Beats lebendig macht. In einem Menü am rechten Bildschirmrand können Swing, die Rotation des gesammten Kreises nach einem Sequenzdurchlauf oder die Tonlänge der einzelnen Steps festgelegt werden.

Die Hauptansicht der Drummachine-App Patterning.
Die Hilfeansicht von Patterning, die sich in jeder Sektion einschalten lässt und einzelne Funktionen erklärt.

 

Auf der linken Seite wählt ihr die einzelnen Samples eures Sets aus. Welche ihr schon wo in eurer Sequenz verwendet habt, zeigen euch die einzelnen Spuren, die wie die Atmosphärenschichten um den mittig platzierten Start/Stop-Button angeordnet sind. Das sorgt für eine recht gute Übersicht.

 

Sounds

Appropos Übersicht: in der Drumkit-Sektion habt ihr gut sortiert die Wahl eures Presets vor euch, von denen knapp 60 ab Werk zur Verfügung stehen. Von Minimal über Glicht bis Techno ist da auch für jeden Elektroniker etwas dabei. Wem das trotzdem nicht reicht, kann eigene Samples via iCloud, Dropbox, AudioShare oder iTunes importieren. Eure Sets könnt ihr komfortabel verwalten, eigene Cover verwenden und alles zusammen wieder exportieren. Sehr gut!

 

patterning_soundsets

 

Live oder im Studio

Patterning bietet euch zahlreiche Funktionen, um aus euren Sequenzen und Sound noch mehr herauszuholen. Da gibt es die Effektsektion mit Optionen für Reverb, Delay, EQ und Distortion – die Bedienung geht hierbei sehr einfach von der Hand und auch sonst sieht dieser Bereich schick aus.

 

patterning_effektsektion

 

Zurück in der Patternansicht könnt ihr den Effektanteil, Pad oder die Lautstärke festlegen. Für alle Songwriter gibt es eine Sektion, in der sich die einzelnen Sequenzen sortieren und deren Abspielreihenfolge sortieren lässt. Die so erstellte “Timeline” lässt sich jederzeit im oberen Teil der App (de-)aktivieren. Externe Controller lassen sich via Midi anschließen – einzelne Bedienelemente von Patterning können dann zugewiesen werden. Gut für alle, die den Sequenzer Live oder im Studio betreiben wollen.

In einer seperaten Mixing-Sektion ist dann noch Finetuning eures Sets möglich. Auch das geht leicht von der Hand und ist sehr übersichtlich gehalten. So hat man auch in hektischeren Livesituationen stets die Zügel in der Hand.

 

In der Mixing-Sektion lässt sich das Fine-Tuning vornehmen.
Songwriter aufgepasst: in der Song-Sektion lassen sich die einzelnen Sequenzen anordnen, kürzen und sortieren.

 

Interessant ist auch die neue Ableton Live Export Funktion, mit der ihr euer Set direkt in die Live DAW als Projekt überspielen könnt. Das spart eine Menge Arbeit, wenn ihr auch am PC an eurer Kreation arbeiten wollt.

 

 

Fazit

Dass Paterning schick aussieht, ist natürlich Geschmackssache. Worüber sich aber kaum streiten lässt: dass die App tatsächlich etwas neues im Musikapp-Dschungel ist. Das Kreissequenzing Konzept macht Spaß und die vielen Möglichkeiten der Soundeditierung geben kreativen Freiraum. Die neue Live Export Funktion erleichtert den Export eurer Projekte ebenso, wie die Cloud- und Itunesoption. Das i-Tüpfelchen für ein zuküfntiges Update wären mehr Möglichkeiten, die Oberfläche an eigene optische Bedürfnisse anzupassen, etwa um eigene Farben für die Steps festzulegen, oder die Programmoberfläche insgesamt in einer anderen – etwa helleren – Farbpalette einzufärben. Patterning ist eine klare Empfehlung für alle, die elektronische Beats am iPad erstellen wollen, und dabei eine aufgeräumte und klar strukturierte Oberfläche und Bedienung suchen.

Ein ähliches Prinzip, aber deutlich mehr ‘Chaos’ und Zufall bietet die App ‘Sector’, die wir ebenfalls für euch getestet haben!

 


Pattering : Drum Machine // iPad // 133 MB // Version 1.2  // 9,99€ // Stand: 30.Oktober.2016

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