Maschinenmusik

Step-Sequenzer als Groove- und Songwriting-Tool

Der amerikanische Synthesizer-Pionier Don Buchla bezeichnete den Step-Sequenzer als Tastatur des Elektronikmusikers. Die Synthesizer-Klaviatur wird dabei allenfalls zum Transponieren der Sequenzen gebraucht − genauso wie es Klaus Schulze in seinen ausgedehnten Live-Konzerten in den 70er-Jahren gemacht hat. Das Arbeiten mit einem StepSequenzer unterschiedet sich deutlich von der konventionellen “Einspielmethode” eines klassischen MIDI-Sequenzers, denn Tonhöhe und zusätzliche Controller-Daten für Filter-Cutoff, Resonanz, Step-Länge etc. lassen sich individuell für jeden einzelnen Step mit Schaltern und Reglern einstellen – eine exzellente Möglichkeit gerade für Synthsound-Grooves und Basslines.

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Doepfer Modular & Arturia Minibrute

Am meisten Spaß machen Hardwaregeräte, die mit dem Revival der Analog-Synthesizer ebenfalls zurückkommen. Jüngst hat Korg den SQ-1 vorgestellt, Arturia platzierte mit dem Beatstep eine sehr flexible Kombination aus USB-Controller und Step-Sequenzer zwischen DAW und analogen Synthesizern. Per USB bekommt das kleine praktische Teil die Clock von der DAW und die Steps können zurück an die DAW und − dank CV/Gate-Ausgängen − direkt analoges Equipment steuern. Optimal also in Verbindung mit den eigenen Synthesizern Mini/Micro-Brute, aber auch Modulen des Doepfer Modularsystems A-100. Gerade vorgestellt wurde übrigens eine Pro-Version mit noch mal deutlich mehr Möglichkeiten.

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Sequenzer-Module

Die größte Auswahl an Step Sequenzern findet man in der Welt der Eurorack-Module von Dieter Doepfers A-100-System. Die meisten aktuellen Retro-Synthesizer lassen sich damit ansteuern, allerdings braucht man zu dem Step-Sequenzer selber noch ein paar weitere Module, die man beim Kauf berücksichtigen muss. So wird ein MIDI/USB-Clock Converter benötigt, damit die Sequenzen im Gleichschritt mit dem MIDI-Sequenzer laufen. Ansonsten kann man aber auch Rechteckwellenformen eines LFO nutzen. Interessant und experimentell wird’s, wenn man den Sequenzer mit Audiosignalen taktet.

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Sehr interessant und leistungsfähig ist Arturias neuer Controller/Step-Sequenzer BeatStep Pro.

Sequencing der dritten Art

Wer normal schon hat und mal ganz neue Sachen ausprobieren möchte, sollte sich unbedingt den Step-Sequenzer René von Make Noise näher anschauen. Konzeptionell basiert das Teil auf dem cartesianischen Koordinatenprinzip, benannt nach dem französischen Philosophen und Mathematiker René Descartes. Klingt vielleicht etwas abgehoben, oder? Kann einem aber auch egal sein, man muss lediglich wissen, dass René zwei (!) Clock Eingänge hat: einen für das horizontale und einen für das vertikale Durchschreiten der Step-Locations.

Über die lustigen Leiterbahn-Taster lassen sich die Steps dann »spielen«. Der Sequenzer wählt dann je nach Clock-Situation und aktivierten Steps, welche Location die nächst passende ist, was immer und immer wieder neue Variationen der Steps aus den CV- und Trigger-Ausgängen in die angeschlossenen Module spült. Mega-Spaß ist garantiert, gerade auch wenn René durch konstante Clock-Impulse und gleichzeig mit Audiosignalen getaktet wird.

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