Der Gigabyte-Performer

Kurzweil Forte: Das Stagepiano im Test

Dem in 2013 auf den Markt gebrachten Artis hat Kurzweil einen großen Bruder zur Seite gestellt, der vieles nochmals professioneller machen soll. „Forte“ heißt die neue Edelversion unter den hauseigenen Stagepianos, die besonders in Sachen Sample-ROM in die Vollen geht.

KurzweilForteHalf

Die Verwandtschaft mit dem Artis sieht man dem Forte sofort an. Die Bedienoberfläche wurde fast vollständig übernommen. Alle bekannten Controller inklusive der beiden Handräder sowie der Fader-Gruppe gibt es auch am neuen Top Modell. Hinzugekommen sind ein „Tap Tempo“-Switch und ein Bedienfeld für den neuen Master Compressor.



№4 2017

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  • FOO FIGHTER RAMI JAFFEE
  • INTERVIEW MIT MATT BLACK VON COLDCUT
  • OMD
  • Look Mum No Computer
  • Beardy Guy von Walk Off The Earth
  • STAGEPIANOS: DIE NEUE EINFACHHEIT
  • Ungesichert: Fusebox
  • Touché! Ein sehr sensibles Brett!
  • Inside Clavia: Besuch in Stockholm
  • REISE ZUM URSPRUNG DER SYNTHESE
  • DIE HAMMOND-STORY
  • Transkription: Chilly Gonzales –  Solitaire


Dass hier alles noch ein bisschen edler aussieht, hat vor allem mit dem neuen Farb LC-Display zu tun. Erstmals bringt Kurzweil darauf schicke Bildchen an einem Stagepiano ins Spiel; so etwas kennt man sonst eher von Roland. Doch auch die Status-LED-Ketten neben den Schiebereglern machen sich sehr gut. Nimmt man noch die eingebauten MIDI-Demosongs und -Phrasen, die die Programs präsentieren, hinzu, muss man attestieren: Bei Kurzweil weht aktuell wirklich ein ganz frischer Wind!

Die Verarbeitung ist genauso solide wie beim Artis. Eine metallene Gehäuse-Ummantelung schützt das Piano; die Seitenteile sind aber weiterhin aus Kunststoff und nicht aus Holz, wie man es von der PC3-Serie her kennt.

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Die Anschlüsse wurden gegenüber dem Artis um zwei weitere Line-Outs (symmetrisch) und zwei Pedalbuchsen (jetzt sind’s insgesamt fünf) ergänzt, außerdem sind eine zweite USB-Schnittstelle und MIDI-Thru dazugekommen. Auch die Miniklinkenbuchse für einen MP3-Player ist wieder dabei. Dass das Forte mit 22,5 Kilo etwas schwerer als der kleine Bruder ist, liegt vor allem an der Klaviatur: Verbaut wurde eine Fatar TP/40L, die dem Spieler doch deutlich mehr Widerstand entgegenzusetzen vermag als die leichtere TP/100 des Artis.

Grundsätzliches zum Konzept: Als „erweitertes Artis“ bleibt das Forte Kurzweils Stagepiano-Ansatz treu und verzichtet im Gegensatz zur PC3-Serie auf einen Sequenzer oder gar Sampling. Auch Audio- oder MIDI-Player/ -Recorder-Funktionen sind nicht integriert, wohl aber die 4-Zonen-MasterkeyboardFunktionalität.

Auf unserem Testmodell lief die OS-Version 1.11 – bei Erscheinen dieser Ausgabe dürfte bereits das OS 2.0 aktuell sein, das unter anderem die Unterstützung der kostenfreien Editoren für PC, Mac und iPad ergänzt.

 

Kurzweil Forte in der Praxis

Steinway und Yamaha an Bord

Schon von den Flügelklängen des Artis waren wir angetan. Dessen „German Grand“ – der Sound eines bei Steinway Hamburg produzierten D-Flügels – konnte als konkurrenzfähige Alternative zu den Japanern überzeugen. In Zahlen ausgedrückt, hat dieses Hauptsample einen Speicherbedarf von 128 MB, was die Hälfte des Artis-Sample ROMs ausmacht.

Nun der gleiche Blick aufs Forte: Am neuen Piano gibt es zwei jeweils 4 GB große Flügel-Hauptsamples, die zusammen ebenfalls die Hälfte des Gesamtspeichers ausmachen. Somit besitzt das 16-GB-Forte-ROM also in etwa die 64-fache Kapazität des ArtisROMs. Was sagen da die Ohren? 60 Mal so gut wie das Artis klingt das Forte schon mal nicht – denn dazu kennt man sich bei Kurzweil bzw. Young Chang einfach zu gut in Sachen Datenkomprimierung und Klangoptimierung aus. Nichtsdestotrotz sind die Unterschiede deutlich:

Das „9ft Grand“, der Steinway-D-Flügel, klingt nicht nur voller und voluminöser als das Artis-Pendant, sondern begeistert besonders im Ausklang. Laut Hersteller handelt es sich um ungelooptes Samplematerial, das im Forte steckt. Und so hört es sich auch an: Die Piano-Töne klingen wirklich lange und natürlich aus – eine echte Freude!

KurzweilForteComp

Auch beim zweiten Flügel-Hauptklang, „7ft Grand“, für den ein Yamaha C7 Pate stand, ist dies so. Beide Flügel besitzen einen hervorragenden Dynamikumfang. Weiteres Leben ins Spiel bringen gesampelte Pedal – geräusche und Saitenresonanzen, wenn auch Letztere nicht vom User selbst dosierbar sind. Beide Flügel ergänzen einander ausgezeichnet – dem kraftvollen, breiten Steinway wur – de das luftigere, schlankere Yamaha zur Seite gestellt. Insbesondere für den C7-Sound scheint man einen älteren Flügel gesampelt zu haben. Das Ergebnis hat Charme, weil es gerade nicht wie „künstlich glattgebügelt“, sondern wie ein Sound mit Charakter klingt. Die Piano-Abteilung hat bei Kurzweil mit diesem Instrument zweifellos eine neue Qualität erreicht – wirklich klasse!

Hinzu kommt im Vergleich mit dem Artis die etwas wertigere Tastatur des Forte, auf der sich Pianisten wohler fühlen werden. Sie entspricht übrigens so ziemlich derjenigen des Physis Piano K4 EX (s. Test in dieser Ausgabe) und bietet sogar einen sehr gut umgesetzten und auch regelbaren Mono-Aftertouch. Andererseits handelt es sich bei der im Forte verbauten TP/40 L laut Angaben von Fatar selbst um die am leichtesten gewichtete Tastatur der TP/40-Serie. Das Spielgefühl empfinde ich persönlich dennoch als sehr rund, auch wenn weder eine graduelle Gewichtung, eine „Ivory Touch“-Beschichtung oder gar ein Druckpunkt geboten werden.

Abgerufen werden die Gigabyte-großen Piano-Samples übrigens direkt von einem Flash-Speicher: „Flash Play“ wird die dahinterstehende Technologie vom Hersteller genannt. Nach dem Booten fallen keine weiteren Ladezeiten an, und – noch entscheidender – auch beim Soundwechsel waren an unserem Testinstrument keinerlei Unterbrechungen zu verzeichnen. Von so etwas wie Latenz-Problemen also keine Spur am neuen Amerikaner.

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Den neun Fadern hat man LED-Ketten spendiert. Das macht sich nicht nur beim „Aufdrehen“ von Zonen oder Effektparametern gut, sondern ist auch für die Tonewheel-Organ-Klänge eine echte Bereicherung. Außerdem wurde der vom Artis bekannte Master-EQ um einen Master Compressor ergänzt.

Klassiker in allen Bänken

Die weitere Soundausstattung kann sich sehen und hören lassen: 309 Programs, darunter drei Templates als Edit-Grundlage, hat das 128-stimmige Forte insgesamt an Bord. Unter den 32 A-Pianos finden sich nicht nur Variationen der beiden Hauptflügel, sondern auch das Artis-Grand-Piano, Pop- und Rock-Pianos sowie mancher Ambient-Sound. Des Weiteren „Upright Pianos“, die stark an die legendären Kurzweil-Klänge früherer Modelle erinnern.

Die runderneuerten E-Pianos sind nochmals gelungener als schon im Artis. Sie legen den Fokus erneut auf realistische Rhodes-, Wurlitzer-, CP-70/80- und DX7-artige Sounds – die amtlichen Effekte und Amp-Simulationen inklusive. Die Wurlitzer-Pianos, die an Digitalpianos häufig schwächeln, sind hier sogar richtig herausragend – hinter diesen Kurzweil-Sounds sitzt ein richtiges Pfund. Und es wird viel titelbezogenes Klangmaterial geliefert: Programs, die „Steely Dyno 77“, „Tramp Amp Wurly“ oder auch „Gabriel’s Melt“ heißen, klingen auch so.

Das setzt sich in der Clavinet-Bank fort mit „Chaka Clav“ oder „Supa Stevie(CB)“. Diese Bank liefert tolle Hohner-D6-Sounds inklusive amtlicher Zerr-Effekte. Sehr gut leben kann ich auch mit den neuen Cembali, die sich in derselben Bank finden.

Die Organ-Abteilung wird ebenso durch Kurzweils bewährte additive, vollpolyfone KB3-Klangerzeugung (für Hammond, Vox, Farfisa) gespeist, wie auch komplett gesampelte Klänge zum Einsatz kommen (insbesondere für Pfeifenorgeln). Im KB3-Modus signalisiert eine blaue LED, dass die neun Schieberegler des Forte für die Orgelchöre und die darüber liegenden Switches für Percussion und Co verwendet werden können; hier machen sich die neuen Regler-LED-Ketten hervorragend, weil man die Volumes für die Fußlagen sofort im Blick hat. Den LeslieEffekt schaltet werksseitig der „Variation“- Switch von slow auf fast, während das Modulation-Wheel die KB3-Distortion regelt. Bei Leads, Pads, Synths und Synth-Bässen ist das Stagepiano mit bewährtem, aber auch modulationsreichem Material für alle Fälle ausgestattet. Diese Sounds basieren hörbar auf der hauseigenen VAST-Engine sowie der VA-1-Synthese und erfreuen dementsprechend mit quasi-analogem, warmem Charakter. Hier werden Sounds durch Druck auf „Variation“ des Öfteren um weitere Oszillatoren ergänzt oder ersetzt. Sehr lebendig und abwechslungsreich, diese Abteilung.

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Das 4,3″-Farb-LCD löst mit 480 × 272 Pixeln auf — zwar keine Konkurrenz für Smartphones, aber dennoch sind auch kleine Schriften noch gut lesbar. Für Multis gibt es eine hübsche Anzeige für die Tastatur zonen der vier Parts. Das gestaltet die Programmierung anschaulich und übersichtlich, zumal der Zugriff auf alle wichtigen Edit Screens auch hier gelungen ist.

Richtig edel klingen einmal mehr die Streicher, wobei sich das Forte hier wie auch bei Brass und Reed vor allem auf Ensemble Sounds konzentriert. Wer sehr natürliche orchestrale Basis-Sounds sucht, ist bei Kurzweil eigentlich immer richtig – nur ist die Forte Auswahl für meinen Geschmack sogar nochmals stimmiger als schon an anderen Instrumenten der Marke.

Neben tollen Voices, bereichernden Mallets und manchem Fantasie-Synth-Sound sowie als Spezialität Samples aus dem Mellotron besitzt das Forte Gitarren (darunter manch sehr gute elektrische und Heavy-Sechssaiter), ein paar Standard-Bässe sowie Drums und Percussion. Wie beim Artis klingen die Schlagzeuge zumeist eher etwas old fashioned und recht speziell – für Homerecording-Zwecke hat man heute meist Passenderes auf der Festplatte. Wer auf dem Forte live schlagwerken will, kann Kick, Snare, HiHats und Co dabei über die Fader getrennt in der Lautstärke regeln. Immerhin ist das Stagepiano MIDI-seitig 16-fach multitimbral ausgelegt, sodass nur noch ein externer Sequenzer benötigt wird, um Playbacks zu erstellen. Andererseits: Schon ein paar integrierte Drum- und Percussion-Patterns hätten den Nutzen der Schlaginstrumente im Sample-ROM deutlich erhöht. Vielleicht geht da noch was über ein künftiges Update.

In der Summe aber bietet das Forte dem Spieler überwiegend amtliche und bereichernde, ja inspirierende Sounds sowohl für solistische Ausflüge wie auch das Begleitspiel in der Band. Beim Blick auf die Konkurrenz drängt sich angesichts der Klangausrichtung des Forte für meine Begriffe ein Vergleich besonders auf: Kurzweils Newcomer bewegt sich deutlich mehr in Richtung des Clavia Nord Stage 2 als andere Stagepianos, deren Zusatzklänge meist eher den Geschmack der WorkstationLiebhaber treffen. Der Clavia-typische Ansatz, ganz bestimmte Instrumentenklänge möglichst realistisch zu reproduzieren, prägt in gewisser Weise auch das Forte.

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Die Programs sind in 20 „Categories“ sortiert. Die entsprechenden Taster dienen zugleich dem Aufrufen der Multi-Mode-Bänke. Jeweils 1.024 Program- und Multi-Userspeicherplätze warten darauf, benutzt zu werden. In den Edit-Modes dient diese Taster-Gruppe als Keypad, um Namen einzugeben.

Sounds Schichten

Wie am Artis wird ein Setup mit mehreren Programs auch am Forte „Multi“ genannt. Die Anzahl der dafür vorhandenen User-Speicher wurde allerdings auf satte 1.024 erhöht – eine solch riesige Menge an gleichzeitig verfügbaren Setup-Speichern bietet bislang kein anderes Stagepiano (im Artis gibt es 256 User-Multis).

Von Vorteil fürs Splitting und Layering erweist sich im Multi-Mode das neue LCDisplay. Die Schnellfunktion: Ein Druck auf die Softbuttons für „Split“ oder „Layer“ ruft einen Screen mit grafischer Darstellung der vier möglichen Tastaturzonen auf. Beim Einstellen der „Key Range“-Werte werden die entsprechenden Tastaturabschnitte dann gleich auf den Bildschirm „gemalt“, und man hat alle Bereiche im Blick. Nach dem Abspeichern eines so spontan erstellten Multis kann man alles Weitere editieren. Alternativ gibt es aber auch ein Multi-Template, mit dem man sofort sämtliche Edit-Parameter im Zugriff hat.

Transponierungen, Lautstärken, Dynamik Einstellungen und vor allem Controller-Einbindungen können für die bis zu vier Sounds völlig unabhängig vorgenommen werden. Natürlich bestimmt man hier auch, ob eine Zone für einen internen oder externen Sound bzw. für beide reserviert wird. Die 177 Factory Multis (+ 3 Templates) gehen zum Teil weit über die üblichen Piano Flächen-Kombinationen hinaus – denn so etwas bietet das Stagepiano bereits in einigen Programs. Stattdessen gibt es viele Keyboard- oder Solo-Sounds, die mit dezent wabernden und vibrierenden Klangteppichen untermalt sind; oder aber großartige vollmundige Pads, die man unbedingt fürs neuste Intro braucht. Das Stagepiano klingt damit wirklich zum Teil wie ein reinrassiger Synthesizer. Doch auch klassisch-orchestrale Stacks oder solche aus dem Bereich „Piano und Organ“ sind drin im Forte. Inspiration für eigene Setups gibt es auf alle Fälle genug.

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Zwei Paar symmetrische Line-Ausgänge mit Auto-Mono-Switching, fünf Pedal-Anschlüsse; der MIDI-Thru als Out 2 nutzbar und einer der USBs auch zur Direktanbindung ans iPad: Hier bleiben keine Wünsche offen.

Klangveredelung

Die Klangqualität wie auch die Vielfalt der gebotenen Effekte ist erstklassig. Ob lupenreiner Reverb, fetter Chorus oder schmutzige Distortion – die DSP-Abteilung erledigt alles auf höchstem Niveau. Zugrunde liegen hunderte Typen bzw. Multi-Effekte aus Kurzweils PC3-Serie. Daraus wurden über 1.000 sogenannte Effektketten (Effect Chains) gebildet. Speziell für die neuen Piano-Sounds des Forte gibt es davon noch einige hundert mehr als beim Artis. Unterschieden wird zwischen den Insert Effect Chains und den Auxiliary Effect Chains: Eine Insert-Chain ist fest mit einem Program verknüpft. Zwei weitere Aux-Chains können sowohl im Program-Mode verwendet werden, wie sie sich im Multi-Mode auch anteilig den vier Parts zuweisen lassen. Für jede Effekt Chain sind bestimmte Parameter werksseitig mit den Fadern 6 bis 9 verknüpft, sodass etwa Distortion-Intensität, Chorus-Dichte und zumeist Delay- und Hall Intensität gleich live kontrolliert werden können. Pro Chain ist jeweils eine Reihe weiterer wichtiger Parameter fest vorgegeben. Über welche Hardware-Controller man sie steuern möchte, kann man aber im Program-Edit frei einstellen.

Für viele Stagepiano-Spieler wird die Einbindung der Effekte auch am Forte wieder gewöhnungsbedürftig sein. Geschuldet ist sie dem Aufbau der komplexen VAST-Architektur der Kurzweil-Synthesizer – ein übersichtliches und freies Hinzuschalten von Effektblöcken wie bei der Konkurrenz lässt sich damit nicht realisieren. Über das Prinzip der Effektketten kommt man laut Hersteller auf bis zu 16 einzelne Effekte, die für ein einziges Multi zur Verfügung stehen können. Dennoch ist die Lösung in Form der Vorauswahl, die die Entwickler getroffen haben, im wahrsten Wortsinn „effektiv“: Ob Hall, Delay, Chorus, Phaser oder Rotary-Speaker – man findet eigentlich immer die geeignete Effektkette in der Werksauswahl, um Soundvorstellungen in Programs und Multis umsetzen zu können.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: In den Multis sind die Insert-Effect-Chains für die bis zu vier Programs nicht veränderbar, sie lassen sich nur abschalten. Die beiden Aux-EffectChains wiederum darf man auch im Multi frei wählen (zuvor muss dazu der Parameter „Aux Override“ auf „yes“ gestellt werden – sonst gelten globale Aux-Effekt-Einstellungen). Für das Summensignal stehen aber auch noch der vom Artis bekannte Master-EQ mit regelbarer Mittenfrequenz sowie ein neuer, direkt regelbarer Master Compressor über Bedienfeld-Regler im Zugriff. Im Test er wiesen sie sich sogleich als wertvolle Bereicherungen für die Live-Situation.

By the way: Rätseln dürften aufmerksame Beobachter spontan über den „Tap Tempo“- Button über dem Pitch Wheel – ist doch gar kein Player an Bord. Tatsächlich dient der Taster auch lediglich zum Ansteuern temposynchroner Effekte. Einige Delay-Zeiten in manchen Programs und Multis lassen sich damit beeinflussen – prima! In engen Grenzen ist erneut das SoundEditing gehalten. Ein Program ausgehend von einer Wellenform von Grund auf neu zu erstellen funktioniert trotz VAST-Synthese nicht – doch das Forte ist eben Stagepiano, kein Synthesizer. Oberflächlich am Filter oder an der Amplituden-Hüllkurve schrauben lässt sich jedoch schon. Zum Sichern von User-Programs stehen, ebenso wie bei den Multis, 1.024 Speicherplätze bereit.

Fazit

Mit dem Forte trifft Kurzweil Music Systems voll ins Schwarze. Das neue Top-Stagepiano hat mich von Anfang an regelrecht in den Bann gezogen. Die beiden Gigabyte- Flügel, aber auch die durchweg hervorragenden E-Pianos, Strings und zahlreichen weiteren Bandkeyboarder-affinen Klänge spielen allesamt auf technisch anspruchsvollem Niveau, ohne dabei an Charakter und Wärme einzubüßen. Das Spielgefühl und die Dynamikumsetzung stimmen am Forte ebenso wie die Flexibilität, die es als Masterkeyboard mitbringt. Die Ausstattung mit Anschlüssen und Controllern ist üppig, und deren Einbindungsmöglichkeiten sind es auch. Perfekt, dass zudem massenhaft User-Speicher bereitstehen.

Preislich steigt das Forte deutlich über Stagepianos wie den Kawai MP-Modellen, Rolands RD-800 oder Yamahas CP4 Stage ein. Zum Artis beträgt der Unterschied über 1.000 Euro – und ist diesen Aufpreis durchaus wert. In Konkurrenz tritt das KurzweilFlaggschiff aber auch zum nochmals teureren Clavia Nord Stage 2. Gerade hier empfiehlt es sich als vorzügliche Alternative.

KurzweilForteHalf

Stagepiano – Kurzweil Forte

UvP / Straßenpreis 3.568,81 Euro / ca. 3.000,— Euro

 

Pro & Contra

+ Soundqualität

+ hervorragende Effekte

+ flexibles Controller-Keyboard

+ massenhaft User-Speicher

+ Verarbeitung

– unübersichtliche Effekt-Struktur

 

Herstellerinfos

Hersteller / Vertrieb Kurzweil Music Systems, Young Chang / Sound Service

Internet: www.sound-service.eu

 

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