Analog/Digital

Roland JD-Xi Synthesizer

Da muss sich mancher gestandene Roland-Fan verstohlen die eine oder andere Träne wegwischen: Die japanische Traditionsfirma bringt mit dem Roland JD-Xi wieder einen Synthesizer heraus, der auch analog kann!

Der neue kleine Roland-Synth war eines der heißen Themen der diesjährigen NAMM-Show in Anaheim, Kalifornien, denn Roland befindet sich damit im aktuellen Analog-Trend. Aber Roland wäre nicht Roland, wenn es sich hier schlicht um einen analogen Synth handeln würde: Der JD-Xi arbeitet nicht nur mit analoger, sondern auch mit digitaler Klangerzeugung. Außerdem angekündigt und vermutlich antestbereit zur nächsten Musikmesse wird der große Bruder des JD-Xi sein, der noch weitere Features wie analoge Polyfonie und CV/Gate-Ein- und -Ausgänge am Start hat. Als Crossover-Synth bezeichnet der Hersteller diese neuen stylischen Boliden, da man beide Seiten − analog und digital − clever kombinieren kann. Es bleibt also spannend.

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Bleiben wir aber vorerst beim JD-Xi, der in einem kompakten Gehäuse mit 37 kleinen, anschlagdynamischen Tasten beheimatet ist. Als Spielhilfe kommt − Überraschung! − nicht der übliche Roland-Bender zum Einsatz, sondern er hat je ein Pitch- und Modulationsrad. Ein Schwanenhals-Mikrofon, mit dem der Synth als Vocoder genutzt werden kann, wurde auch nicht vergessen. Der Vocoder bietet zudem eine nützliche Auto-Pitch-Funktion.

Auf viele Kernparameter, wie Cutoff, Resonanz, Amp, Pulsweite, Tempo etc., hat man auf dem vollen, aber doch übersichtlich gestalteten Bedienpanel direkten Zugriff. Wer tiefer eintauchen möchte, findet unter der Haube eine Vielzahl von Parametern. An Bord sind vier Klangerzeugungsblöcke, die parallel betrieben werden können: Zwei davon arbeiten (zusammen 128-fach polyfon) mit Rolands digitaler SuperNATURAL-Klangsynthese, hinzu kommen ein digitaler Drumcomputer (der natürlich auch mit den Sounds vieler Roland-Legenden bestückt ist) und ein analoger, monofoner Synthesizer. Dieser bietet einen analogen Oszillator mit drei Wellenformen, inklusive Rechteckwelle mit modulierbarer Pulsweite und Sub-Oszillator, sowie ein analoges Lowpass-Filter mit Resonanz.

Klangbeispiel

Jede Klangerzeugungs-Sektion ist mit einem Arpeggiator (mit vielen unterschiedlichen Patterns) und einem Lauflicht-Sequenzer, der bis zu 64 Steps pro Pattern verarbeiten kann, ausgestattet. Aufnehmen lässt sich im Step- und im Realtime-Modus.

Die Bedienphilosophie ist clever konzipiert; auf kleinstem Raum wird hier eine große Funktionalität geboten, die aber kontrollierbar bleibt. Die flexible und gut klingende Klangerzeugung bringt jede Menge Spielspaß und Inspiration. Mit dem integrierten Drumcomputer und den Arpeggiatoren steckt in dem kleinen Synth deutlich mehr Potenzial als man vermuten würde. Wie die AIRA-Serie zeigt auch der JDXi eindeutig: Bei den Synthesizern spielt Roland wieder ganz vorne mit!

  • Hersteller/Vertrieb Roland
  • Internet www.rolandmusik.de
  • UvP/Straßenpreis- 525,− Euro / ca. 500,− Euro

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