Moog goes Polyphonic

Preview: MOOG ONE

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Gerüchte, Leaks und noch mehr Gerüchte − nicht ohne Grund: Nach über 35 Jahren in der monofonen Welt präsentiert Moog nun endlich wieder einen mehrstimmigen Synthesizer! Wir sprechen mit Produktspezialist und Sounddesigner Kurt Ader über Moogs brandneuen Monster-Synth.

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Nur wenige Synthesizer dürften ähnlich hohe Erwartungen wecken wie ein neuer polyfoner Moog. »The People who started it all« haben sich reichlich Zeit gelassen − seit Einführung des legendären Memorymoog sind weit über drei Jahrzehnte vergangen. Nun steht der Neue in den Startlöchern und hört auf den schlichten Namen Moog One. Die offizielle Specs-List liest sich äußerst vielversprechend: wahlweise acht- oder 16-stimmig, dreifach multitimbral, echt analoger Signalweg, innovatives Oszillator-Design, leistungsfähige Filtersektion, flexibles Routing, Hi-End-Effekte (u. a. von Eventide), komfortabler Preset-Browser, Linux-basiertes und erweiterbares Betriebssystem u.v.m.

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Die Rückseite zieren zahl reiche Outs und Inserts, die meisten davon symmetrisch. So lassen sich alle drei Synth-Engines einzeln abnehmen. Hier gibt’s auch einen luxuriös ausgestatteten External-In sowie mehrere, beliebig zuweisbare CV-Ins.

Vorfreude. Die Vorab-Lektüre des umfangreichen Handbuchs sorgt für noch mehr unkontrollierten Speichelfluss. Man erfährt, dass es sich beim Moog One genau genommen um drei separate SynthesizerEngines mit eigenen Effekten und Sequencern/Arpeggiatoren handelt, die sich gemeinsam oder separat steuern bzw. programmieren lassen. Es heißt, dass alle wichtigen Modulationswege intern gepatcht sind und die Modmatrix darüber hinaus zusätzliche Modulationswege bereit stellt: Quelle wählen, Zielparameter drehen − schon sind Zuweisung und Modulationstiefe programmiert. Man erfährt über Moog- und Multimode-Filter mit wählbaren Konfigurationen und Routings und gewinnt alsbald den Eindruck, die Bedienoberfläche könne wirklich so flach und übersichtlich gestaltet sein, wie man es sich immer gewünscht, aber noch nie zu träumen gewagt hat. Man freut sich auf symmetrische Ausgänge, Hall-Algorithmen von Eventide und reichlich I/Os für die Kommunikation mit der digitalen und analogen Welt, darunter auch ein Extra-USB-Port für Preset-Backups.

Apropos: Der Preset-Browser verspricht Tag-basierte Suchoptionen, spontanes bzw. automatisches Zwischenspeichern während der Klangprogrammierung (»Snapshot«) sowie das einfache Zusammenstellen von ausgewählten Presets zu sogenannten »Performance Sets«. Tatsächlich scheint Moog One vollgepackt mit zahllosen, äußerst praxisgerecht und durchdacht dargereichten Features.

Liebe auf den ersten Blick. Obwohl der deutsche Moog-Vertrieb EMC noch kein Lieferdatum für Testgeräte nennen konnte, hatten wir Gelegenheit, uns mit deren Produktspezialist und Sounddesigner Kurt Ader über seine Erfahrungen mit einem 16-stimmigen Vorseriengerät zu unterhalten. Kurt hat mittlerweile über 100 Sounds programmiert und entsprechend viele Stunden an diesem Instrument verbracht − übrigens der allererste Moog One in Deutschland.

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Kurt Ader beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Synthesizern. Heute gehört er mit seiner Firma KApro zu den gefragtesten deutschen Sounddesignern. Zu Kurts Kunden zählen Musiker und Produzenten wie etwa Jordan Rudess (Dream Theater), Johannes Schmoelling (Tangerine Dream) oder Don Lewis (Quincy Jones) sowie Hersteller wie Korg, Waldorf, Roland, Yamaha und eben Moog. Kurt lebt und arbeitet in Mannheim.

Kurt, wie ist dein erster Eindruck vom neuen Moog One?

Auch wenn die Software bei meinem One anfänglich noch nicht ganz vollständig war, kann ich sagen: Das Teil ist der Hammer! Der Sound ist wirklich unglaublich, superfett und massiv, aber dennoch sehr klar und sauber.

Gibt es Parallelen zu existierenden Moogs?

Ich würde sagen, es ist definitiv kein polyfoner Phatty bzw. Subsequent 37 − obwohl ich beide sehr mag. Im Vergleich zum Minimoog klingt One eine Spur weniger mittig. Er erinnert mich sehr an den Memorymoog, aber auch etwas Voyager steckt sicher mit drin. Dank des Multimode-Filters ist der Sound des One sehr flexibel und geht weit über das hinaus, was der Memorymoog konnte. One liefert auch sehr schlanke Sounds. Toll sind natürlich Stacks aus bis zu drei Engines − unglaublich … Die drei Hüllkurven sind superschnell und präzise. Zusammen mit den vier LFOs kann man wirklich schräge und abgedrehte Sachen erzeugen, die sich nicht hinter komplexen Modular-Sounds verstecken brauchen. Toll ist auch, dass sich zeitbasierte Parameter sehr einfach synchronisieren lassen.

Ich besitze eine Sammlung von über 60 Synthesizern und muss sagen, der Moog One steht wirklich ganz, ganz weit vorn.

Wie fühlt sich die Bedienoberfläche an?

Die Oberfläche macht eine sehr flüssige und intuitive Arbeit möglich. Alle Bedienelemente fühlen sich sehr hochwertig an und sind offenbar sorgfältig verarbeitet. Da wackelt nichts. Das Display ist sehr hell und kontrastreich − man sollte es selbst bei einem Open-Air-Gig in der Sonne noch erkennen können. Das gesamte Gehäuse wirkt massiv und robust.

Moog Ones Rückseite ist mit reichlich Buchsen ausgestattet. Kannst du etwas zur Kommunikation mit der Außenwelt erzählen?

Die symmetrischen Ausgänge liefern hohe Pegel und machen richtig Dampf. Sehr interessant ist der LAN-Port. Während der vergangenen Wochen habe ich mehrmals Updates und neue Effekt-Algorithmen erhalten, die problemlos via Ethernet-Verbindung aufgespielt wurden. Da bieten sich für die Zukunft sicher noch eine Menge spannende Optionen.

Aber nicht nur das: Via Ethernet kann auch direkt von Moog aus eine »Fernsteuerung« bzw. Ferndiagnose direkt am angeschlossenen Gerät vorgenommen werden. So wurden etwa die Oszillatoren meines One via LAN-Verbindung von einem Moog-Techniker vollständig neu abgeglichen und skaliert.


Hersteller/Vertrieb: Moog Music / EMC

Internet:

www.moogmusic.com
www.emc-de.com

UvP:

6.699,− Euro (achtstimmig)
8.699,− Euro (16-stimmig)

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