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Korg Wavedrum (*1994)

Korg_Wavedrum_View

Die Korg Wavedrum ist eine einzigartige Mischung von Drumsynthesizer und Percussion- Triggerpad. Das ca. 3.000 Dollar teure Instrument aus japanischem Hause kam 1994 auf den Markt und wurde von vielen namhaften Percussionisten wie z. B. Nippy Noya oder Pete Escovedo gespielt.

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Später wurde die Wavedrum von Korg modernisiert und in zahlreichen Varianten wieder auf den Markt gebracht – und erfreut sich bis heute einiger Fans und begeisterten Nutzern.

Äußerlich erinnert das gut verarbeitete und mit seiner Holzumrandung aus Vogelaugen-Ahorn sehr hochwertig aussehende Gerät etwas an die Oberseite einer Conga. Eine despektierliche Bezeichnung wie „Toilettensitz” ist in Gegenwart des Besitzers unter allen Umständen zu vermeiden – Percussionisten und Drummer sind in der Regel ziemlich durchtrainierte Individuen. Auf der Vorderseite gibt ein LED-Display Auskunft über den Betriebszustand des Instruments.

Der Drumsynth bringt ca. 8 kg auf die Waage und verfügt über ein auswechselbares Fell, das ein Schaumgummipolster verbirgt und unter dem sich sieben Tonabnehmer befinden. Auch das abnehmbare, sogenannte „Rim”, das einem Snaredrum-Spannreifen ähnelt, ist mit einem eigenen Pickup versehen, dessen Triggersignal über die Rim-In-Buchse der internen Klangerzeugung zugeführt wird. Die Ausbuchtung des Rims dient dem Schutz des Haupt-Pickups, mit seinen Kerben lassen sich durch Reiben mit Sticks spezielle Sounds erzeugen.

Wavedrum_Plugin

Der Rim unseres Testgerätes wurde vom Perkussionisten Tom Schäfer etwas gekürzt, um das Bespielen des Fells zu erleichtern. Bei den Zahlen auf dem Fell handelt es sich übrigens nicht um Telefonnummern von Groupies, sondern um Notizen zu Klangeinstellungen für die Live-Performance.

Das Gerät ist außerdem mit einem Fußpedal-Eingang zur Steuerung diverser wählbarer Parameter (Tonhöhe etc.) und einer MIDI-Schnittstelle ausgestattet. Letztere dient aber nicht der externen MIDI-Steuerung der Klangerzeugung, sondern hauptsächlich dem Austausch von SysEx-Daten und dem Antriggern externer Geräte.
Es gibt 100 Speicherplätze für Sounds; es lassen sich auch eine Reihe Algorithmus-spezifischer Parameter einstellen und abspeichern. Hierbei leistet der optionale Programmer RE-1 (s. Foto rechts) sehr gute Dienste.

Innere Werte

Ungewöhnlich sind nicht nur die äußeren, sondern auch die inneren Werte der Korg Wavedrum, denn ihre Klangerzeugung arbeitet auf Basis der Physical-Modeling -Synthese, die in den neunziger Jahren als das nächste große Ding galt. Die Wavedrum-Engine ist eine auf Percussion-Sounds spezialisierte Physical-Modeling-Tonerzeugung, die auf den schönen Namen „State Variable Synthesis System” hört. In der Wavedrum kommen 62 Algorithmen (mit jeweils unterschiedlichem Parametersatz) zum Einsatz. Bei manchen Algorithmen wird auch die FM-Synthese genutzt.

Sounds und Klänge

Die Bandbreite der sehr expressiven und dynamischen Sounds reicht von Klängen, die an real existierende Instrumente wie Congas, Kotos oder afrikanische Talking-Drums erinnern, bis zu komplett neuartigen futuristischen Klängen, die aber immer einen organischen und sehr körperlichen Eindruck hinterlassen. Kürzlich ist der Nachfolger der Wavedrum auf den Markt gekommen, die mit zahlreichen Verbesserungen aufwarten kann und wesentlich günstiger ist. Die Korg Wavedrum wurde uns freundlicherweise von STICKS-Autor Tom Schäfer zur Verfügung gestellt, der auch die Beispiel-Grooves eingespielt hat.

 

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