Sequenzer-Projekt als Realtime-Song-Arranger

Live-Playbacks mit Cubase

Wenn die eigenen Extremitäten plötzlich zahlenmäßig nicht mehr ausreichen, die angestrebte synthetische Soundgewalt auf der eigenen Bühne in die Tat umzusetzen, und die Einarbeitung eines zweiten Keyboarders aus Platz und Kostengründen nicht zur Debatte steht, kann man entweder versuchen, dem Leadsänger eine Keytar unterzuschieben, oder man greift direkt auf die Dienste einer Laptop-gestützten Backing-Track Installation inklusive Cubase zurück.

Mindestens ebenso entscheidend wie die akribische und saubere Vorbereitung bzw. Produktion der in letzterem Fall benötigten Tracks ist allerdings die Auswahl einer auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen und livetauglichen DAW-Software.

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Live-Playbacks mit Cubase

Song-Projekte lassen sich innerhalb von Cubase in einzelne Sektionen aufteilen und live arrangieren.

Mit dem aus der früheren Projektstruktur Spur hervorgegangenen Arranger-Spur-Konzept in den aktuellen Cubase-Versionen hält Steinberg eine Live-Performance-taugliche Backing Track-Lösung bereit. Über die Arranger-Spur lassen sich im Prinzip einzelne Bestandteile eines herkömmlich erstellten Projekts zu frei kombinierbaren und remixfähigen Arranger Parts zusammenführen.

Live-Playbacks mit Cubase

Der Arranger-Editor ermöglicht die Kontrolle über alle Song-Parts eines Projekts

Durch Doppelklicken der auf diese Art entstandenen und jetzt non-linear zugänglich gemachten Patterns, lässt sich die gesamte Struktur nun auf Wunsch in eine vollkommen andere Reihenfolge bringen. Auf diese Weise lässt sich sowohl ein schneller Wechsel zwischen Song – teilen (Intro, Strophe, Chorus, etc.) oder – je nach dem zum Projekt hinzugefügten Ausgangsmaterial – auch ganzen Songs realisieren. Mithilfe des Arranger-Inspectors lässt sich eine spezielle Abspielreihenfolge inklusive individuell festlegbarer Part-Wiederholungen für den gesamten Gig vordefinieren.

Live-Playbacks mit Cubase - iPhone

Komfortable Remote-Funktionen bietet die App Cubase iC für iOS. Die vorher definierten Songparts können so während der Wiedergabe umgeschaltet werden, um einen Song live und in Echtzeit zu arrangieren.

Ein auf diesem Weg erstellter Projekt-„Remix“ lässt sich im Bedarfsfall aber auch per Editor zur konventionellen Weiterbearbeitung wieder in die klassisch lineare Struktur von Cubase überführen. Gerade für Musiker, die live auch auf Improvisation setzten, stellt die Möglichkeit, mit einer gelungenen Performance nach dem Konzert noch mal ins Studio zu gehen, einen praktischen und hochgeschätzten Nebeneffekt dar. Mit Cubase iC bietet Steinberg übrigens seit Kurzem auch eine entsprechende Remote-App für Apples iOS-Flotte an, mit der sich Arranger-Parts nun auch bequem fernzünden lassen.

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