Produkt: Keyboards Digital 03/2019
Keyboards Digital 03/2019
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Im neuen Heft:

Kijimi von Black Corporation – Polyfoner Analogsynthesizer im Test

(Bild: Dirk Heilmann)

Der RSF Polykobol II von Ruben und Serge Fernandez gehört zu den seltensten polyfonen Synthesizern. Klanglich hoch gelobt, gilt das Instrument von 1982 als wenig zuverlässig und aufgrund seines Verkaufspreises und des Fehlens von MIDI eher als Misserfolg. Technisch betrachtet handelt es sich im Prinzip um die polyfone, speicherbare Version des monofonen Kobol. Die japanische Black Corporation hat sich nun an eine Neuinterpretation herangewagt – analog, mit moderner Schaltungstechnik bestückt, im Rackformat und mit Mut zur Lücke. Der Kijimi versteht sich jedoch nicht als Nachbau, sondern als Synthesizer, der vom Polykobol inspiriert wurde …

Die Klangerzeugung des Kijimi arbeitet mit analogem Signalpfad und digitalen Modulatoren. Jede der acht Stimmen offeriert zwei Oszillatoren, die auf AS3340-Chips von AS ALFA RPAR basieren – dies sind kompatible Redesigns des Curtis CEM3340, der einst im Prophet-5 Rev. 3, Oberheim OB-Xa, Jupiter-6 und Memorymoog verbaut wurde, während der Polykobol II den Fairchild uA726-Chip nutzte.

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Die Oszillatoren sind über ±2 Oktaven und VCO 2 ergänzend um einen Halbton fein stimmbar und können bei Bedarf einzeln von der Tastatursteuerung entkoppelt werden. Geboten wird eine stufenlose manuelle oder modulationsgesteuerte Überblendung zwischen den sieben bereitgestellten Wellenformen – neben einer Pulsbreitenmodulation finden sich daher auch ungewohnte, aber stets organische Klangvariationen abseits von Sägezahn, Rechteck und Dreieck.

VCO 2 wartet mit freier Pegelsteuerung auf, während VCO 1 nur in drei Stufen schaltbar ist. Hinzu kommt ein pegelbarer Suboszillator, der sich aus der Mischung beider VCOs ableitet und damit auch Intervalle liefert. Ergänzend gibt es eine Hard-Sync-Funktion sowie ein dreistufig schaltbares Weißes Rauschen – hier wie auch für VCO 1 wäre ein Poti die bessere Wahl gewesen. Dafür gibt es regelbare Glide- und Unisono-Funktionen sowie monofone und zwei polyfone Betriebsarten.

Der Kijimi bietet eine üppig mit Reglern und Schaltern bestückte Bedienoberfläche.
Vollen Parameterzugriff und eine Patch-Verwaltung für Windows und masOS bietet der kostenlose Editor Babu Frik.

Im Filterbereich agiert ein Tiefpass mit 24 dB/Oktave, der Resonanz bis hin zur Selbstoszillation bietet. Zum Einsatz kommt der SSI2144, der sich als moderne Version des SSM2044 versteht, der im Polykobol II, aber auch im PPG Wave 2.3 und Korg Polysix zu finden war; die Neuauflage dieses geradlinigen, gut klingenden Filters findet sich beispielsweise auch im Prophet X von Sequential.

Abschließend gelangt das Signal in einen VCA (ALFA AS3360), der den nicht mehr verfügbaren CEM3360 nachbildet. Mager ist der einzelne unsymmetrische Audioausgang, der parallel einen frontseitigen Kopfhörerverstärker speist. Auf Stereoeffekte muss man folglich verzichten, ebenso wie auf den Dual/Layer-Betrieb des Vorbildes. An weiteren Anschlüssen bietet der Kijimi ein MIDI-Trio, USB sowie einen regelbaren Modulationseingang und eine Expander-Schnittstelle – die beiden Letzteren bislang ohne Funktion.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording+Keyboards-Ausgabe 01/2021. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: Black Corporation / Alex4 Distribution GmbH
Preis: 4.200,– Euro
Internet: black-corporation.com / www.alex4.de

Unsere Meinung:

++ 16 LFOs und zwei loopbare Hüllkurven
++ großzügige Bedienoberfläche
++ polyfoner Aftertouch, MPE
–– viel zu kleines Display
– externes Netzteil mit wackeliger Verbindung

(Bild: ALEX4 Distribution GmbH, AG Charlottenburg HRB138303B, Fax +4930616510049, Ceo Andreas Schneider, UstID DE280745638EORI, DE2496348, Open PM 10-17 Uhr)
Produkt: Keyboards Digital 03/2019
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JAMIE CULLUM +++ 45 JAHRE YAMAHA +++ 80s-Sound heute! Synth-Pop-Legende HOWARD JONES +++ KAWAI NOVUS NV-5 – Hybrid Digitalpiano +++ Drummachine UNO DRUM – Beats für unterwegs

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