Tests aus dem Archiv - KB 5/2010

Kawai MP6 – Stagepiano

Kawai_MP6_Front

Mit dem MP6 brachte Kawai 2010 frischen Wind in die mittlere Preisklasse der Stagepianos – und lieferte gleichermaßen einen “kleinen Bruder” zum Topmodell der MP-Serie.

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Einordnung des Kawai MP6

Kawais MP-Serie hat sich nicht allein wegen der jeweiligen Topmodelle einen großen Namen unter den Stagepianos gemacht. Mit jedem Generationswechsel durfte man beobachten, dass immer mehr Features der Profipianos in die untere Preisklasse einflossen. Das MP6 greift diesmal sogar dem für Dezember angekündigten MP10 vor.

Da erst kürzlich Yamaha mit einer neuen Stagepiano-Serie auf den Markt kam, darf man umso mehr gespannt sein, was Kawai seinem Konkurrenten entgegenzusetzen hat. Auf den ersten Blick schon mal interessant ist die Positionierung des MP6, dessen Preis von knapp 1.500 Euro sogar noch unter Yamahas kleinstem Modell CP50 liegt. Aber alles der Reihe nach.

Konzept des Kawai MP6

Weitgehend orientiert sich das MP6 an seinem Vorgängermodell, vieles ist daher schon mal bekannt, dennoch ein kurzer Überblick der wichtigsten Eigenschaften. Kontinuierliche Dynamikverläufe in Abhängigkeit der Anschlagsstärke sind schon seit vielen Jahren Bestandteil der Kawai-Pianos. Die „Harmonic Imaging“- Technologie wurde immer fortentwickelt, und die 192-fach polyfone Klangerzeugung des MP6 mit dem aktuellen „Progressive Harmonic Imaging“ ausgestattet – kurz: PHI –, welches die aktuelle Generation dieser Technik darstellt. Das MP6 verfügt außerdem über 256 Sounds, die sich in vier frei definierbaren Zonen organisieren lassen.

Hinsichtlich der internen Struktur steht das MP6 ausgewachsenen Stagepianos in keiner Hinsicht nach. Mit dem Setup-System bietet das kleine Stagepiano ausgefuchste Masterkeyboard- Eigenschaften, ermöglicht die freie Organisation der bis zu vier unabhängigen Zonen und verfügt über vielseitige Edit-Möglichkeiten. Um einen stressfreien Livebetrieb zu organisieren, hat das MP6 alles an Bord.

Neu sind beim MP6 nun eine Drawbar-Orgel und ein USB-Audio-Recorder/Player an Bord, der das Aufnehmen und Abspielen allerhand Medienformate erlaubt. Ebenso gibt es nun eine Amp-Simulation, die vielen Sounds den nötigen Crunch geben darf.

Tastatur des Kawai MP6

Eine Holztastatur mit echter Hammermechanik bleibt das spezielle Ausstattungsmerkmal des Topmodells. Allerdings besitzt das kleine Kawai eine neue 88er-Klaviatur mit Hammermechanik- und Druckpunktsimulation. Die Tastatur vermittelt ein angenehmes und präzises Spielgefühl, was sicher auch auf die Ivory-Touch- Oberfläche der Tasten zurückzuführen ist. In dieser Preisklasse ist diese Tastatur schon mal der Hit, das in ähnlicher Preisregion angesiedelte Roland RD-300GX beispielsweise kann da nicht mehr mithalten.

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