Produkt: Keyboards 04/2019
Keyboards 04/2019
ANALOGUE WINTER +++ Moog Matriarch +++ Doug Carn +++ NOVATION SUMMIT – Hybrider Polysynth +++ METRONOMY – Frontmann Joe Mount +++ ERICA SYNTHS PICO SYSTEM III – Modulares Komplettpaket
Voll Modular auf kleinstem Raum

Erica Synths – Pico System III Modular Synthesizer im Test

(Bild: Dieter Stork)

Bereits beim ersten Pico System waren die einzelnen Module gerade einmal 3 HP breit. Das neue Pico System III folgt dem Formfaktor und kommt gar mit einer Preset-Funktion.

Was kommt nach Pico? Werden wir für die Bedienung eines Femto Modular-Synthesizers kleine Nano-Bots brauchen? Zum Glück ist es noch nicht soweit, also Spaß beiseite.

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Das Pico System III von Erica Synths dürfte derzeit zu den kompaktesten analogen Komplett-Systemen am Modularmarkt gehören und das zu einem ziemlich moderaten Preis. Der Synth kommt in zwei Versionen: einmal als Eurorack-Variante und außerdem als Desktopversion – Letztere haben wir getestet. Das Gehäuse besteht hier aus zwei 2 mm dicken Stahlblechhälften mit abgerundeten Kanten, und die Bedienoberfläche ist um 9 Grad angeschrägt. Auf der Rückseite befinden sich der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil, der Ein/Aus-Schalter sowie der Ausgang als 3,5-mm-MonoBuchse. 20 Patchkabel, fünf Preset-Cards, fünf DIY-Preset-Cards und ein informatives Manual gehören ebenfalls zum Lieferumfang.

Systemaufbau

Linker Hand, neben dem 4-Step-Sequenzer, fällt sofort der 44-polige, blaue Steckplatz ins Auge, der an das Ext/Prog-Interface eines Buchla Music Easel erinnert – dort kann man spezielle Karten einstecken, die, mit entsprechenden Widerständen bestückt, ein Preset darstellen. Und tatsächlich ist diese Schnittstelle beim Pico System III genau dafür da. Doch dazu später mehr, wenden wir uns zunächst der restlichen Ausstattung zu.

Den kompletten Testbericht findest du in der KEYBOARDS-Ausgabe 4/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Alles dabei, um sofort loszulegen
13 Module auf engstem Raum laden zum Experimentieren ein.
Kaskadiert man Potentiometer mit entsprechenden Werten, kann man eine Widerstandsdekade auch selbst bauen.

Hersteller / Vertrieb: Erica Synths
Internet: www.ericasynths.lv

Preise
Desktop: 529,– Euro
Eurorack: 469,– Euro

Unsere Meinung:
+ kompakt und Leistungsfähig
+ Preset-System
+ liebevoll und informativ gestaltetes Manual
– keine Multiples


Der Wolf im EMS-Pelz

Das Pico-System III ist nicht das einzige neue Produkt von Erica Synths. Auf dem Dutch Modular Fest in Den Haag, konnten wir einen ersten Blick auf einen ungewöhnlichen lichtgrauen Boliden werfen und einen ersten Höreindruck gewinnen. Girts Ozolins, Visionary – wie auf seiner Visitenkarte steht, gibt uns erste Einblicke:

Girts Ozolins von Erica Synths mit seinem neuesten Baby, einem Desktop-Synth mit EMS-Architektur (Bild: Copyright: Joker Nies)

»Dieser Desktop Synthesizer ähnelt nicht von ungefähr einem EMS-Synthi. Von Anfang an haben wir bei Erica Synths immer experimentelle Musik gefördert. Ich glaube, bei elektronischen Instrumenten geht es ganz besonders um das User-Interface. Dieses Schlüsselelement entscheidet, ob du das Instrument lieben wirst oder es bereits nach einer kurzen Zeit wieder verkaufst. Wenn wir an User-Interfaces denken, ist der EMS Synthi AKS unserer Meinung nach eines der experimentellsten Instrumente, die je gebaut wurden. Unsere Idee war, ein Instrument zu schaffen, das dieselbe Funktionalität bietet, aber mit zeitgemäßen Features und modernen Bauteilen ausgestattet ist.«

»Ihr habt also nicht einfach die Schaltung des EMS kopiert?«

»Nein, wir haben uns nur vom User-Interface inspirieren lassen. Ich bin dann zur technischen Universität in Riga, wo ich zwei sehr fähige Ingenieure gefunden habe, mit denen ich die Schaltungen des Syntrx entwickelt habe. Es ist funktional beinahe das gleiche Instrument, allerdings elektronisch von Grund auf komplett neu entwickelt. Wir haben auch eine Sample&Hold-Schaltung zugefügt, die beim Original fehlt.«

»Zudem hat die berühmte Matrix ein modernes Update bekommen.«

»Ja, denn die original Steckmatrix hat ja so ihre Probleme, mit Übersprechen zum Beispiel. Wir haben in Riga einen Halbleiterhersteller, der analoge Schalt-ICs produziert. Mit diesen Chips haben wir eine Matrix entwickelt, die gepuffert ist und die rückwirkungsfreie Mischung von Signalen in drei Intensitätsstufen erlaubt. Dazu gibt es ein Patch-Memory mit 256 Speicherplätzen, das auch per MIDI bedient werden kann. Gate- Note- und CC-Befehle können ebenfalls genutzt werden.«

»Wann wird der Syntrx erhältlich sein, und was wird er kosten?«

»Wegen der aufwendigen Matrix ist der Syntrx ziemlich teuer in der Herstellung. Unser angestrebter Preis liegt bei ca. 2.500 Euro netto. Wir wollen gegen Ende des Jahres zehn Exemplare fertig haben, um den Syntrx der Fachwelt vorzustellen.« »Vielen Dank für das Gespräch!«

Produkt: Keyboards 03/2019
Keyboards 03/2019
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