Produkt: Keyboards 02/2019
Keyboards 02/2019
DIGITAL SUMMER+++DON AIREY: An den Tasten von Deep Purple+++GEWA MUSIC: Ein Blick in die Produktion+++SAMPLING VS. PHYSICAL MODELING: Die Unterschiede zwischen Konserve und Original
Drone-Monster

DIY Synthesizer 3 Drone von Enrique Ochoa Gomez

Das radikale Design passt zu diesem krassen Drone-Monster. Senor Gomez kombiniert bei seinem 3 Drone DIY Synthesizer selbst gebaute und modifizierte Elektronik zu einem ganz persönlichen Instrumentendesign.

Mega Drone 3

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Müde von den selbstähnlichen Produkten der Industrie, die meist auch noch das gewünschte Feature vermissen lassen? DIY in der MusikElektronik ist nicht nur Trendsport, sondern eine gute Möglichkeit, sich hoch individuelle Instrumente zu schaffen, die dann perfekt den eigenen Vorstellungen entsprechen. Wer nicht gerade zwei linke Hände hat und sich den Umgang mit einem Lötkolben zutraut, wird im Netz unzählige Inspirationen und Anleitungen finden, die zum persönlichen Trauminstrument führen.

Enrique Ochoa Gomez aus Bogota, der Hauptstadt von Kolumbien, leitet neben seinen musikalischen Projekten auch Circuit-Bending-Workshops in ganz Südamerika und wohin immer man ihn einlädt. Enrique hat sich nun seine eigene Drone-Maschine gebaut, die nicht nur genau seinen klanglichen Vorstellungen entspricht, sondern auch ein echter Hingucker ist. Er hat sich einen komplexen DIY Synthesizer auf den Leib geschneidert, das bei seinem Noisedrone-Projekt Pordiozero zum Einsatz kommt. Dazu hatten wir ein paar Fragen.

Mega Drone 3 Synthesizer

Vom Entwurf bis zum fertigen Instrument waren Geduld und gute Planung gefragt.

1 Das Layout für die Bedienelemente entsteht.

2 Die Gehäuse werden miteinander verschraubt und mit den Modulen bestückt.

3 Die vorverdrahteten Module warten auf ihren Einbau.

4 Das Print-Layout für die Modulgruppen

5 Nun wird die Folie aufgebracht, und alle Löcher müssen gebohrt werden. 6 Fertig ist das Drone-Monster!

 

Wann hast du angefangen, Geräte zu bauen und zu modifizieren?

Enrique: Ich begann damit gegen Ende 2010, als ich versuchte, einige Keyboards und elektronische Spielzeuge zu modifizieren. Später habe ich dann Schaltungen aus dem Internet nachgebaut und dabei viel über Elektronik gelernt. Mit diesem Wissen habe ich schließlich angefangen, meine eigenen Instrumente zu entwerfen und komplett selbst zu bauen. Meine Schaltungen beruhen auf den Ideen anderer, sind aber alle von mir transformiert oder modifiziert.

Wie lange hast du gebraucht, um diesen fantastischen Drone-Synthesizer zu bauen?

Insgesamt etwa drei Monate. Ich arbeite oft an mehreren Projekten gleichzeitig, mache zwischendurch mal eine Pause, und dann geht es weiter.

Kannst du uns deinen 3-Drone-Synth etwas näher erklären?

Der 3-Drone besteht im Prinzip aus drei modifizierten Drone-Machines, inspiriert von einem Design von Pete Edwards (Caspar Electronics), mit jeweils eigenen Effekten und Filtern. Die Ausgänge führen in einen 4-Kanal-Mixer, an dessen viertem Eingang ein Mikrofon oder andere externe Signale angeschlossen werden. Die nachgeschalteten Post-Filter können individuell genutzt werden, z. B. für die Bearbeitung anderer Instrumente. Die »Interconnetions« des Steckfeldes sind mit bestimmten Anschlüssen der Chips von den einzelnen Drone-Synths verbunden und erlauben synchrone Effekte, die auch durch die Post-Filter beeinflusst werden können. Jede der Drone-Schaltungen ist ein wenig anders konstruiert und hat andere Effekte, wie z. B. Reverb, eine dritte Frequenz, Distortion, oder Body-Contacts. Die Arbeit an diesem Projekt ist inspiriert von einem Mixerdesign von R.G. Keen und dem De-ProfundisDelay von Grind Customs FX, das von mir modifiziert wurde. Das Tremulus Lune von Dann Green, der Echo Bender von Casper Electronics und Schaltungen von Beavis Audio sind ebenfalls in modifizierter Ver – sion mit an Bord.

Wie hast du das außergewöhnliche Gehäuse des 3-Drone gefertigt?

Das Gehäuse besteht aus vier Kunststoff-Boxen für elektronische Schaltungen, die miteinander verschraubt sind und Durchlässe für die Kabelverbindungen haben. Das Layout habe ich selbst entworfen, auf Acryl-Papier gedruckt und auf das Gehäuse aufgeklebt.

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