Produkt: Keyboards 02/2019
Keyboards 02/2019
DIGITAL SUMMER+++DON AIREY: An den Tasten von Deep Purple+++GEWA MUSIC: Ein Blick in die Produktion+++SAMPLING VS. PHYSICAL MODELING: Die Unterschiede zwischen Konserve und Original
Vintage Park

Aus der ARP-Asche wiederauferstanden: Synth-Phoenix Rhodes Chroma

(Bild: Bernhard Lösener)

Zawinul und sein Rhodes Chroma sind u. a. auf dem 1984 erschienenen Domino-Theory-Album von Wheather Report zu hören; er spielte mit dem Synth u. a. im Song D Flat Waltz ein wunderbar expressives Solo ein. Neben der E-Piano-artigen Tastatur liebte er auch den Sound des Chroma und schätzte seine klanglichen Möglichkeiten sowie experimentellen Features wie das (damals außergewöhnliche) Microtuning, das er u. a. auf dem Di-A-Lects-Album (1986) einsetzte. In einem Interview konstatierte Zawinul: „Early in ’83 I replaced the Rhodes electric piano with the Chroma, which I now use for solo playing. I’ve got some really hip solo sounds on it, which are not guitar sounds but have the strength or the power of a rock’n’roll guitar, only with more possibility for flexibility in the sound itself. It’s a fine instrument.“

ARPS Ende. Der Rhodes Chroma wurde von der kriselnden Firma ARP entwickelt und noch im firmeneigenen ARP-Magazin angekündigt. Beteiligt waren u. a. die Ingenieure Steve Dodds und Tony Williams. ARP hatte alles auf eine Karte bzw. den Gitarrensynthesizer Avatar gesetzt, dessen Entwicklung sehr viel Geld und Manpower verschlang. Der Misserfolg des nur 300 Mal gefertigten Avatar (1 Million US-Dollar Einnahmen aus den Avatar-Verkäufen stand 4 Millionen Dollar Entwicklungskosten gegenüber) besiegelte aber dann 1981 das Ende der namhaften Firma. CBS kaufte den fast fertigen Synthesizer aus der Konkursmasse, stellte ihn mit dem früheren ARP-Team fertig und brachte ihn 1982 für 5.295 Dollar unter der zum Konzern gehörenden Marke Rhodes (die ebenfalls einen sehr guten Ruf hatte) heraus. Eine 3.150 Dollar teure Expanderversion wurde ebenfalls angeboten. Es wurden etwa 3.000 Chroma-Synthis gebaut.

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Als Spielhilfen stehen zwei programmierbare Bender zur Verfügung – optional können zwei Fußpedale angeschlossen werden.
Rückseitig findet man neben den symmetrisch ausgeführten Main-Outs, vier Einzelausgänge, die auch als Eingänge genutzt werden können, zwei Pedal- und zwei Fußschalter-Anschlüsse sowie ein Computer- und ein Kassetten-Interface.
Eine MIDI-Interface für den Rhodes Chroma gab es u. a. von Syntech.
Direkten Zugriff hat man auf einen dreibandigen Equalizer.
Rhodes-Chroma-Anzeige mit Herbie Hancock und Joe Zawinul
Die etwas spartanische Display-Sektion des Rhodes Chroma
Mit dem (noch von Steve Wozniak entworfenen) 8-Bit-Homecomputer Apple II/IIe kann man den Chroma Polaris steuern und editieren.
Der Nachfolger des Rhodes Chroma heißt Chroma Polaris, ist sechsstimmig und besitzt ein 4-Pol-Filter; er wurde u. a. von Leftfield und Jimmy Edgar eingesetzt.

Viele Musiker liebten den Rhodes Chroma und schätzten seine außergewöhnlichen Klangeigenschaften ebenso wie die Rhodes-Tastatur. Für CBS/Rhodes war der Synth kein übles Geschäft; wäre er noch unter der ARP-Ägide fertig geworden, hätte er die Firma möglicherweise vor der Pleite gerettet. Zum Userkreis gehörte neben Zawinul auch Herbie Hancock, der den Synth u. a. auf seinem epochalen, Platin-veredelten Electro-Funk-Album Future Shock (mit dem Hit Rock It) von 1983 einsetzte. Auch der Pat-Metheny-Keyboarder Lyle Mays verwendete das Synth-Schlachtschiff. Zu hören ist der Chroma außerdem auf dem Chaka-Khan-Longplayer I Feel For You, auf Thomas Dolbys Aliens Ate My Buick, auf einigen Tangerine-Dream-Alben, auf dem von Jerry Goldsmith produzierten Soundtrack von The Runaways und auf Michael Jacksons History-Album von 1996.

Den kompletten Artikel findest ihr in der Keyboards-Ausgabe 2/2019. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen. 

Der Rhodes Chroma wurde uns freundlicherweise von Ingo Rippstein (www.synthmaster.de) zur Verfügung gestellt.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich habe den vollständigen Chroma-Artikel nicht gelesen, möchte hier aber noch festhalten, dass die Chorma-Community (http://rhodeschroma.com) die beste Communitiy ist, die ich betreffend einem legendären Synthi kenne. Hier wurden diverse Erneuerungen gebaut/kommuniziert/verteilt (CC+-Main-CPU, Polyaftertouch-Option, PSU, Kontroller für Soundeditierung…) und man erhält immer noch extrem viel Support bei Problemen oder Restaurationen der Chromas. Wirklich toll.
    — W.

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