Produkt: Keyboards Digital 03/2019
Keyboards Digital 03/2019
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Tour de France

Arturia Polybrute – Polyfoner Analogsynthesizer im Test

(Bild: Vanessa Strub 2020)

Seit der Markteinführung des MatrixBrute zum Jahreswechsel 2016/17 wurde über einen möglichen polyfonen Analogsynthesizer von Arturia spekuliert, der nun real vor mir steht. Ein beeindruckendes Instrument, sechsstimmig, duotimbral und voll programmierbar – für etwa 2.500 Euro. Respekt!

Bereits äußerlich ist Arturia ein ansprechendes Instrument gelungen, das dank 5-Oktaven-Klaviatur direkt spielbar ist. Die aus den Vollen schöpfende, nicht klappbare, aber gut strukturierte Bedienoberfläche ist mit etlichen Reglern, Fadern und Spielhilfen sowie einer 12 x 8 Tastenmatrix und einem Graphikdisplay bestückt. Der Zugriff auf die Klangerzeugung ist oft direkt möglich. Erst bei den Modulationsverknüpfungen nimmt man aufgrund der komplexen Möglichkeiten Umwege. Der Gesamteindruck ist durchaus wertig und die Verarbeitung passt.

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Der Signalweg. Zunächst ist der PolyBrute ein klassischer subtraktiver Synthesizer. Dabei wartet er mit einer leistungsstarken Modulationssektion, Morphing, integrierten Effekten und einer doppelten Filtersektion auf, mit denen er sich von klassischen Geräten absetzt. MIDI, Aftertouch und Anschlagsdynamik gehören heute ebenso selbstverständlich in das Leistungsspektrum wie Speicherbarkeit.

Zwei VCOs und ein Rauschgenerator bilden das Klangfundament im PolyBrute.
Im PolyBrute sorgen zwei unterschiedliche Filtersektionen für charakterstarken Sound.
Der PolyBrute ermöglicht ein Morphing zwischen zwei Klängen und bietet dazu den passenden dreidimensional arbeitenden Morphée-Controller.
Über die Matrix lassen sich Presets abrufen, Modulationen und auch Sequenzen programmieren.

Pro Stimme gibt es zwei VCOs, Suboszillator, Rauschgenerator, je zwei Filter und VCAs sowie drei digitale Effektsektionen. Modulationen erfolgen über je drei Hüllkurven und LFOs mit Matrix-Routing. Neben der anschlagsdynamischen und Aftertouchfähigen Klaviatur mit Modulations- und Pitchrad gibt es Möglichkeiten zum Morphing, Step-Sequencer und Arpeggiator, einen Ribbon-Controller sowie das sogenannte Morphée – ein X/Y-Pad, das sich in seiner Gesamtheit herunterdrücken lässt (Z-Achse). Jedes Patch bietet eine A- und B-Sektion, wobei sich die Sounds alternativ, mit Morphing oder gleichzeitig nutzen (Split/Layer) lassen. Hinzu kommen monofone Betriebsarten, Unisono und dynamisches Unisono.

Anschlussseitig gibt es einen Stereoausgang, einen frontseitigen unabhängigen Kopfhörerausgang, ein MIDI-Trio, USB, eine Buchse für das interne Netzteil und Anschlüsse für ein Sustain- und zwei Expression-Pedale. Hinzu kommen analoge konfigurierbare Clock-Ein- und Ausgänge und ein Speicherschutzschalter.

Für VCO 1 stehen Sägezahn-, Dreieck- und variable Pulswelle simultan zur Verfügung, die per Waveshaping (Metalizer) angezerrt werden können. Aus dieser Mischung erwachsen klassische, aggressivere und nahezu digitale Klangfarben. Gegenüber dem MatrixBrute entfallen die Ultrasaw-Option und der Suboszillator. VCO 2 bietet die gleichen Basiswellenformen und ersetzt den Metalizer durch einen einfachen Suboszillator – um ein kräftiges Fundament braucht man sich also keine Sorgen machen. Die Oszillatoren können abgestuft synchronisiert werden. Dazu kann man VCO 2 als Modulator für seinen Partner nutzen, um disharmonische und metallische Klänge hervorzubringen. Die FM-Präzision ist zwar nicht mit digitalen Systemen zu vergleichen, liefert aber gleichwohl willkommene zusätzliche Klangelemente. Über einen Mixer gelangen die VCOs und der filterbare Rauschgenerator in die Filter.

Den kompletten Testbericht findest du in der Sound&Recording+Keyboards-Ausgabe 02/2021. Hier versandkostenfrei bestellen oder als PDF kostengünstig herunterladen. 

Hersteller/Vertrieb: Arturia, Tomeso

Preis: 2.499,– Euro

Internet: www.arturia.com; www.tomeso.de

Unsere Meinung:
++ überzeugender Klang, überzeugende Bedienung
+ Morphing
++ attraktiver Preis
– sechs Stimmen sind für manche nicht ausreichend


Polybrute Connect

Arturia stellt für den PolyBrute einen kostenlosen Editor (Win/macOS) bereit. Er lässt sich standalone sowie als Plug-in nutzen und kommuniziert bidirektional über NRPN/RPN mit dem Synthesizer, um etwa die beteiligten Regler beim Morphing zu visualisieren. Insbesondere die Verwaltung von Klängen wird hier erleichtert, aber auch das Management von Projekten innerhalb der DAW. Gleichzeitig erhält man schnelleren Zugriff auf die Parameter, die sich in den Menüs verbergen. Auch für Firmware-Updates wird die Software genutzt. Etwas überflüssig empfinde ich die nötige Registrierung mit einer begrenzten Anzahl von Aktivierungen.

[caption id="attachment_57662" align="" width="580"] Der kostenlose Editor PolyBrute Connect bietet von der DAW aus vollständigen Zugriff auf die Klangerzeugung des PolyBrute.[/caption]

(Bild: Vanessa Strub 2020)

Produkt: Keyboards Digital 03/2019
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