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Akai SynthStation 49 im Test – iPad-Controller-Keyboard

Akai SynthStation 49_01

Gut Ding will Weile haben! Bereits 2011 angekündigt, ließ das iPad-Controller-Keyboard Synth-Station 49 aus dem Hause Akai doch noch einige Tage bis zur Veröffentlichung verstreichen. Hat sich das Warten gelohnt? Genau in der Mitte des Jahres 2012 gab die Akai SynthStation 49 die Antwort…

Vor ein paar Jahren schienen sich die Hersteller von Musikhardware einen regelrechten Wettstreit um die coolste und performanteste Hardware-Ergänzung zu Apples Tablet zu liefern. Akais Beitrag zum Reigen hört auf den Namen SynthStation 49 und bietet dem iPad neben der direkten Integration mittels Dock-Connector auch noch eine speziell auf die Controller-Oberfläche des Geräts zugeschnittene iOS-Software. Wir haben uns diese konzeptionell überaus interessante Kombination einmal genauer angesehen.

Äußerlichkeiten des Akai SynthStation 49

Abgesehen vom mittig eingepassten iPad-Dock, könnte Akais SynthStation 49 zunächst einmal als ganz normales „USB-Controller-Keyboard“ durch – gehen. Die in zeitlosem Anthrazit gehaltene Kunststoffgehäuseoberfläche des 49-tastigen Geräts hält neben neun Trigger-Pads mit Hintergrundbeleuchtung ein Modulationsrad, einen Pitch-Bender sowie einen zur Kontrolle der zugehörigen Software gut und übersichtlich ausgestatteten Transport- und Steuerelemente-Bereich bereit. Auf weitere Controller wie beispielsweise Dreh-Encoder wurde in Hinblick auf die vorgesehene iPad-Integration verzichtet – aber dazu später mehr.

Neben der Anschlussmöglichkeit des zum Betrieb erforderlichen und mitgelieferten 6-Volt-Netzteils, findet sich auf der Geräterückseite noch ein Stereoausgangs-Pärchen (Klinke), ein Kopfhörerausgang in 3,5-mm-Ausführung sowie eine Sustain-PedalBuchse. Über einen ebenfalls integrierten USB-Anschluss lässt sich die SynthStation auch als klassenkonformer USB-MIDI-Controller mit einem passenden Mac oder PC verkabeln.

Akai SynthStation 49

Nicht ohne (mein) iPad

Um das Potenzial der SynthStation 49 seiner konzeptionellen Bestimmung nach voll auszuschöpfen, benötigt man nun nur noch ein entsprechendes iPad (1. bis 3. Generation) aus dem Hause Apple mit klassischem 30-poligem Dock-Connector. An dieser Stelle sollte aus aktuellen Gründen angemerkt werden, dass die neuste iPad-Generation seit Kurzem mit einem neuen und kompakteren Dock-Connector-Variante namens „Lightning“ ausgeliefert wird (analog zum neuen iPad Mini), welches zur Akai SynthStation 49 in der momentanen Ausführung nicht kompatibel ist! Auch wenn die „passenden“ Modellreihen ohne Retina-Display momentan parallel ebenfalls noch angeboten werden, dürften die Tage dieser Geräte in absehbarer Zeit gezählt sein.

Ob und wann es eine Revision bzw. eine Adapterlösung zur SynthStation 49 geben wird, ist zurzeit nicht bekannt. Mittels eines mitgelieferten und einklebbaren Tray-Adapters lassen sich neben dem Ur-iPad auch die schlankeren Modelle der 2. Generation sicher und problemlos in die aufstellbare iPad-Dock-Halterung einpassen. Eine rückseitig ausklappbare Stütze im Bilderrahmenstil sorgt im Übrigen dafür, dass das iPad-Display in zwei verschiedenen Neigungspositionen sicher fixiert werden kann und nicht während der Performance nach hinten klappt. Sobald man den zentralen Touchscreen am Zielort sicher vertäut hat, signalisiert der charakteristische „Piepton“ die ordnungsgemäße Verbindung mit dem eingeschalteten Gerät und den gleichzeitigen Start des Akkuladevorgangs. Nun fehlt nur noch die Installation der entsprechenden SynthStation-Software via iTunes App-Store.

Weichware

Unmittelbar nach der Installation der mit € 1,79 kostenpflichtigen (!) Akai SynthStation-iOS-App zeigten sich kleine Anlaufschwierigkeiten, die nach Geräteneustart und erneuter Installation via iTunes behoben waren. Via Buttons auf der Oberfläche lassen sich ein polyfoner und zwei monofone Synthesizer- Geschwister sowie der Drum-Editor-Bereich auswählen und via Touchscreen editieren. Jeder der drei Synths verfügt über insgesamt drei adressierbare Oszillatoren, eine Filterbank (2-pol, 4-pol, Bandpass und Highpass) sowie einen Mixer samt Ringmodulator und ein X/Y-Pad zur Filtersteuerung.

Auch wenn die virtuellen Drehregler zunächst einen etwas fummeligen Eindruck erwecken, erweist sich die Bedienung in der Praxis doch als ausgesprochen intuitiv und geschmeidig. Über den Perform-Modus gelangt man darüber hinaus zu einer besonders für Live-Zwecke interessanten Meta-Seite, welche Zugriff auf alle vier klangbestimmenden Bereiche der Software sowie Kontrolle über den Sequenzer, X/Y-Controller als auch über den 4-Kanal-Mixer inklusive Effektsektion bietet. Die implementierten Synthesizer-Engines bleiben soundtechnisch ein wenig hinter dem zurück, was man bislang von anderen iOS- basierte Analog-Synth-Virtualisierungen kennengelernt hat. Dafür gefallen die Drum-Samples in der „Schlagzeugecke“ umso mehr, und im Zusammenklang mit den Synth-Engines klingt das Ganze dann auch prima.

Akai SynthStation 49 in der Praxis

Auch wenn die SynthStation vom Design her an Akais MPC-Reihe erinnert, kommt sie in puncto gefühlte Wertigkeit und Verarbeitung doch nicht ganz an diese heran. Die verwendete Tastatur ist dem repräsentierten Preissegment angemessen und erfüllt den vorgesehenen Zweck meiner Meinung nach mehr als zufriedenstellend. Auch der Mix aus Hard- und Software ist ins – gesamt und vor allem in Bezug auf das Bedienkonzept sehr gelungen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich im intuitiven Zusammenspiel aus Synths, Drum-Machine und Sequenzer bereits echter Spielspaß ein.

Auch die gebotene Kombination aus Hardware- und Touchscreen-basierten Kontrollelementen entpuppt sich im Einsatz als ungemein praktikabel und ergonomisch gut gelöst, und auch die Pads bleiben bei der Performance (trotz aufgestelltem iPad) gut erreichbar. Nach den anfänglichen Softwareproblemen und abgesehen von ein paar klanglichen Verbesserungswünschen hinterlässt die Akai Synth – Station 49 doch insgesamt einen recht positiven Eindruck. Auch die abgesehen von der konzeptionellen Bestimmung bereitgestellte Möglichkeit, das Keyboard auch als „gewöhnlichen“ klassenkonformen (und dadurch ohne spezielle Treiber nutzbaren) USB-MIDI-Controller an Mac und PC zu Verwenden, kann noch einmal einen Pluspunkt obendrauf setzen.

Fazit

Akais iPad-basierte SynthStation 49 ist insgesamt ein ordentlich durchdachtes und praxistaugliches Performance-Tool für Bühne und Studio. Leider scheint die (nicht im Preis enthaltene) SynthStation-App von Akai doch noch ein wenig in den Kinderschuhen zu stecken. Dies ist besonders schade, da das als Produktionsumgebung konzipierte Programm als einzige erhältliche iOS-App exakt auf die Oberfläche des Hardware-Controllers zugeschnitten ist und diesen zu einem vollständig nutzbaren System ergänzt. Hier wäre eine zeitnahe Überarbeitung eine gute Idee. Glücklicherweise arbeitet die SynthStation 49 aber auch mit (ausgereifteren) virtuellen Synthesizerlösungen anderer Hersteller wie etwa Moogs Animoog oder Virsyns Addictive Synth zusammen. Nichtsdestotrotz halte ich die SynthStation 49 von Akai für ein prinzipiell überzeugendes und qualitativ ansprechendes Konzept – mit jeder Menge ausbaufähigem Potenzial.

Plus/minus

+ Konzept und Umsetzung
+ Preis/Leistungs-Verhältnis

– Synth-Engine klanglich ausbaufähig

 

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