Sequenzer

Die zentrale Anlaufstelle in einem Setup ist der Sequenzer, mit dem Melodieabfolgen (Sequenzen) und Drumgrooves programmiert werden. Das funktioniert in Echtzeit oder Schritt für Schritt (Stepsequencer).

Auch Sequenzer gibt es als gesonderte Hardware. Sollen mehrere Geräte parallel laufen, müssen sie über MIDI synchronisiert werden, wobei ein „Master“-Gerät festgelegt wird und die übrigen Geräte sich als „Slave“ dem Tempo anpassen. Hat man auf diese Weise ein mehrtaktiges Pattern aus Drums, Synths, Samples etc. zusammengestellt, kann man nun live einen Song damit arrangieren, indem man Parts stellenweise mutet, oder langsam nacheinander zuschaltet und wieder wegnimmt und dabei noch an den Sounds schraubt. Viele Synths haben auch einen Arpeggiator an Bord, mit dem gespielte Akkorde in die Einzelnoten aufgebrochen, und dann rhythmisch neu getriggert werden, wodurch man sehr abgefahrene Ergebnisse erhält! Um die Performance noch weiter zu steigern, kann man sein Setup noch um externe Effekte, Stimmenverfremder (z.B. Vocoder), Filterbänke etc. erweitern.

Ein Sequenzer dient in erster Linie zum Einspielen und Aufnehmen von Musik über eine Keyboardtastatur und andere Controller wie Pedale, Pitchbender oder Modulationsräder. Beim Sequenzer werden jedoch nicht die Töne und Klänge selbst aufgenommen, sondern nur so genannte Spieldaten, die die angeschlossenen Tonerzeuger bei der Wiedergabe in gleicher Weise steuern wie das Keyboard.

Die Vorteile gegenüber der herkömmlichen Aufnahmetechnik sind: es wird wesentlich weniger Speicherplatz verbraucht.

  • es wird wesentlich weniger Speicherplatz verbraucht.
  • die aufgenommenen Spieldaten können nachträglich auf relativ einfache Weise bearbeitet und geändert werden.

Fast alle Hardware-Sequenzer funktionieren nach dem Song-Pattern-Prinzip. Dabei wird ein Song in Abhängigkeit seiner Struktur in Teile zerlegt, die so genannten Patterns. Beispiele für Patterns sind: Intro, Strophe, Refrain, usw. Jedes Pattern wird nur einmal aufgenommen und gespeichert. Anschließend legt man in einer so genannten Abspielliste die Reihenfolge und die Wiederholungen der Patterns fest. Diese Arbeitsweise spart jede Menge Speicherplatz.

Der Software-Sequenzer ist dagegen ein Computerprogramm. Solche Programme gibt es für viele Computerplattformen. Am meisten verbreitet sind Sequenzerprogramme für Apple Macintosh (MAC) und PC (DOS, Windows).
Software-Sequenzer sind wesentlich komfortabler zu bedienen als Hardware-Sequenzer. Sie erlauben auch weitergehende Bearbeitungsmöglichkeiten. Darüber hinaus sind viele zusätzliche Funktionen integriert, die über die Aufnahme, Bearbeitung und Wiedergabe von MIDI-Daten weit hinausgehen und damit den Software-Sequenzer zur logischen Zentrale eines Aufnahmestudios machen.

Sequenzer Typen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hardware- und Software-Sequenzer.
Ein Hardware-Sequenzer ist ein eigenständiges Gerät mit einem eingebauten Prozessor, einem internen, wiederbeschreibbaren Datenspeicher (RAM) und meist einem Diskettenlaufwerk zur Sicherung der Daten – es handelt sich also um einen spezialisierten Musikcomputer.

Eine Abwandlung des Hardware-Sequenzers ist der Drum-Computer. Erweitert man die Drumsounds noch um andere Instrumente, um Akkordschemata und Begleitstyles, dann hat man eine weitere Variante des Hardware-Sequenzers: das musikalische Notizbuch. Stellvertretend hierfür seien die Geräte der Yamaha QY-Serie genannt, deren unveränderliche Soundprogramme nach dem General-MIDI-Standard sortiert sind.

Noch einen Schritt weiter geht die tastaturlose Workstation, deren Urform von Roger Linn erfunden wurde, und die heute eine beachtliche Renaissance in Form der Akai-MPC-Serie erlebt. Dieses Gerät ist Sampler und Hardware-Sequenzer zugleich und stellt damit ein komplettes Produktionswerkzeug dar. Schließlich sind auch in vielen Synthesizern oder Keyboard-Workstations Sequenzerfunktionen integriert. Fast alle Hardware-Sequenzer funktionieren nach dem Song-Pattern-Prinzip.

Ein Software-Sequenzer ist dagegen ein Computerprogramm. Er ist wesentlich komfortabler zu bedienen als ein Hardware-Sequenzer und bietet auch weitreichende Bearbeitungsmöglichkeiten.

Sequenzer Geschichte

Der älteste Sequenzer ist vielleicht die Tonwalzenmechanik einer Spieluhr. In diesem Mechanismus sind im Grunde auch Spieldaten gespeichert – und zwar in Form von Metallstiften, die beim Drehen der Walze die Klangzungen mechanisch anschlagen. Die “Programmierung” eines Musikstücks auf einem solchen “Datenträger” setzte natürlich großes handwerkliches Geschick voraus und war recht mühselig. Später gab es dann die Player-Pianos, bei denen die Aufzeichnung der Spieldaten auf papierene Lochstreifen erfolgte, was schon sehr viel einfacher war.

Step-Sequenzer

Nach den mechanischen Sequenzern folgten – mit der Erfindung und Weiterentwicklung des Synthesizers – die analogen Step-Sequenzer. Bei diesen wird jeder Synthesizerton durch eine Steuerspannung erzeugt, die im Sequenzer gespeichert wird. So stellte man mit Hilfe von zahlreichen Potis die Tonhöhe und die Zeitdauer jedes Tons Schritt für Schritt (Step by Step – deshalb Step-Sequenzer) ein. Bei der Wiedergabe schaltete eine “Clock” – also ein Zeitgeber – die gespeicherten Spannungen der Reihe nach durch und brachte so das Stück zum Erklingen. Zwischen acht und 64 gespeicherte Töne waren anfangs maximal möglich.

MIDI-Sequenzer

Der nächste Entwicklungsschritt war dann die Digitalisierung der Spieldaten, was deren Abspeicherung zunächst auf Tonbandkassetten und später auf Disketten erlaubte. Dann folgte die Echtzeitaufzeichnung durch direktes Einspielen mit Hilfe einer Tastatur. Schließlich wurde MIDI als universelle Sprache für elektronische Musikinstrumente eingeführt. Die heutigen Sequenzer sind überwiegend Geräte zur Aufzeichnung, Bearbeitung und Wiedergabe von MIDI-Daten.

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