Audio Interface

Damit Sound in den Rechner rein und raus gehen kann, benötigt man ein Audio Interface. Die meisten Laptops und PS’s  verfügen über „On-Board-Sound“. Zum Musikmachen reicht dieses Audio Interface allerdings in der Regel nicht aus.

Audio Interface Klangqualität

Natürlich unterscheiden sich die verschiedenen Audio Interfaces auch in der Klangqualität. Es gibt aber praktisch keine Musiker-Audiointerfaces mehr, die nicht wenigstens okay klingen. Achte also zuerst auf angenehme Bedienung und ausreichende Ausstattung für deine Bedürfnisse.

Dennoch ein paar Richtwerte:

– Eine Audio-CD hat einen maximalen Rauschabstand von ca. 96 dB.

– Einfache Musiker-Audiointerfaces bringen es auf ca. 100 dB Rauschabstand.

– Mittelklasse-Audio Interfaces schaffen 106-110 dB Rauschabstand

– Spitzeninterfaces bringen es auf 115-120 dB.

Selbst einfache Interfaces haben einen sehr linearen Frequenzgang. Wenn’s muffig klingt, hat das meist andere Gründe als das Audiointerface. Größere Klang- und Qualitätsunterschiede gibt es allerdings bei den integrierten Zusatzfunktionen wie Mikrofonvorstufen, Kopfhörerverstärker, Instrumenteneingang. Hier schneiden etwas teurere Audio Interfaces meist hörbar besser ab als Einsteigermodelle.

Der richtige Audiotreiber

Audiointerfaces für Musiker kommunizieren mit dem Rechner bzw. der Audio-Software in der Regel nicht über die normalen Systemtreiber (MME, Direct Sound), sondern über spezielle Treiber, die für besonders niedrige Latenzen ausgelegt sind. Zwar bietet Windows mittlerweile auch sehr schnelle Treibermodelle an (Kernel Stream), bislang werden diese aber nur von wenigen Programmen unterstützt. Als De-Facto-Standard hat sich das von Steinberg entwickelte ASIO-Treibermodell durchgesetzt (ASIO = Audio Stream Input Output). ASIO-Treiber gibt es nur für Musiker-Audiointerfaces – auch das ist ein Grund, warum normale Consumer-Soundkarten aus dem Elektromarkt fürs Musikmachen nicht geeignet sind.

Zu den Treibern gehört ein Software-Bedienpannel, über das sich die Latenzen einstellen lassen. Generell gilt: Besonders kurze Latenzen (d.h. sehr schnelle Ein-/Ausgabe) belasten den Hauptprozessor stärker als etwas längere Latenzen. Ist die Prozessorlast kurzzeitig zu hoch, kommt es zu Knacksern und Aussetzern in der Audioausgabe.

hohe_Latenz

weiss

kurze_Latenz

Zum Einspielen von virtuellen Instrumenten werden kurze Latenzen bis etwa 10 ms benötigt

Beim Mischen stören hohe Latenzen nicht. Höhere Einstellungen von 20-50 ms entlasten die CPU.

In der Praxis stellt man die Latenz gerade so niedrig ein, dass man beim Einspielen von virtuellen Instrumenten keine Verzögerung zwischen Tastenanschlag und dem erzeugten Klang spürt. In der Regel ist das bei Latenzen im Bereich von ca. 10 Millisekunden gegeben. Sind alle Spuren eingespielt, kann man zum Mischen die Latenz erhöhen, um mehr Prozessorpower für die Klangbearbeitung zur Verfügung zu haben. Beim Mischen stören höhere Latenzen nicht.

Wichtig: Im Audioprogramm musst du den richtigen Treiber erst auswählen. Viele Audioprogramme arbeiten per Default mit dem normalen Systemtreiber (erkenntlich an Einträgen wie „ASIO-Multimedia-Treiber“). Das „ASIO“ in dieser Bezeichnung ist irreführend, es handelt sich eigentlich ein normaler Systemtreiber! Von den niedrigen Latenzen profitierst du erst, wenn du den richtigen ASIO-Treiber (bzw. einen Kernel Stream Treiber) auswählst. Den erkennst du daran, dass die Gerätebezeichnung oder der Hersteller im entsprechenden Eintrag genannt wird.

Samplingrate und Auflösung

Die Samplingrate (auch Abtastrate oder Abtastfrequenz genannt) bestimmt, wie weit der Frequenzgang reicht. Um einen Sinuston einer bestimmten Frequenz digital zu erfassen, muss die Samplingrate mindestens das Doppelte dieser Frequenz betragen. Man geht davon aus, dass der Mensch bis maximal 20 kHz hören kann. Um den menschlichen Hörbereich zu erfassen, benötigt man also eine Samplingrate von etwa 40 kHz. Die Abtastrate der CD wurde auf 44,1 kHz festgelegt, also minimal höher als absolut nötig.

Die meisten aktuellen Audio Interfaces bieten auch höhere Abtastraten von 96 oder gar 192 kHz an. Benutzt werden so hohe Samplingraten selbst in Profistudios eher selten (u.a. für HiEnd und Surround-Produktionen). Üblich ist nach wie vor der CD-Standard von 44.1 kHz.

Anders verhält es sich mit der Bittiefe; sie definiert die dynamische Auflösung. CD-Standard ist 16 Bit, was einen maximalen Rauschabstand von 96 dB erlaubt (was schon eine ganze Menge ist). Für Aufnahmen ist aus verschiedenen Gründen ein noch höherer Rauschabstand sinnvoll, deshalb arbeitet man mit einer Auflösung von 24 Bit. Theoretisch kann damit ein Rauschabstand von 144 dB abgebildet werden. Heutige Wandler schaffen aber maximal ca. 120 dB (s. Klangqualität). Ein weiteres Erhöhen der Bittiefe auf 32 Bit würde also nichts mehr bringen.

Das gängige Audioformat für Aufnahmen ist daher 44,1 kHz / 24 Bit. Weniger ist auch im Homestudio nicht sinnvoll.

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